01.07.2016, 11:47 Uhr

Eine Bausperre - und viele neue Fragen

Gemeinderat beschloss einstimmig eine zweijährige Bausperre am Badplatz. Neuer Eigentümer Jury ist "not amused".

BAD VÖSLAU. So viele Besucher wie selten kamen zur Gemeinderatssitzung am 23. Juni ins Vöslauer Rathaus. Kein Wunder, ein heißes Thema stand zur Debatte: die mögliche Verbauung des Gal-Grundstückes rund um das Café Thermalbad (denkmalgeschützte Villa Pereira) am Badplatz, der von vielen als das "Herz" von Bad Vöslau empfunden wird. Nach Turbulenzen um Baumschlägerungen und Wohnbauplänen lag ein Antrag der Opposition auf dem Tisch: die Stadt solle das Grundstück ankaufen, um sich den Einfluss auf die künftige Gestaltung des Platzes zu sichern. Die regierende Liste Flammer kam diesem Antrag zuvor und legte erst während der Sitzung einen eigenen Antrag vor: Es soll eine auf zwei Jahre anberaumte Bausperre errichtet werden, um sich "Luft" für eine Nachdenkphase zu verschaffen und eventuell Bebauungsrichtlinien zu überarbeiten. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst, der Ankauf-Antrag nur noch von Teilen der Opposition.
Die Frage ist nun, wie weiter? Anton Jury, der auf dem Gal-Grund als Eigentümer und Wohnbauprojektant auftritt, ist "not amused": "Was will die Stadt eigentlich? Uns wurde immer signalisiert, dass auf dem Grundstück gebaut werden kann, der Flächenwidmungsplan weist Bauland-Kerngebiet, Bauklasse 1 aus. Wir haben uns auf Diskussionen eingelassen, Projekte mit dem Gestaltungsbeirat umgearbeitet, den Konsens gesucht. Und nun heißt es plötzlich Bausperre? Hätten wir nicht diskutiert und gleich ein Projekt eingereicht, dann wäre dieses von der Bausperre nicht betroffen. Wir fühlen uns schon über den Tisch gezogen, sind aber nach wie vor gesprächsbereit."
Offene Fragen gibt es nun genug: Was geschieht mit der denkmalgeschützten Villa Pereira (Café Thermalbad), die Sanierungsbedarf hat? Jury: "Als Eigentümer kann ich die Villa auch karitativen Zwecken zuführen." Bei Schlechterstellung des Eigentümers durch eine eventuelle neue Widmung könnte es zu Schadenersatzforderungen kommen. Die Frage aller Fragen ist aber: Welche Zukunft sieht die Stadt für den Badplatz? Jury: "Seit Jahren kennt die Stadt die Brisanz dieses Platzes. Es wird Zeit für klare Worte. Ich bin auch zum Verkauf bereit." Die kolportierten 1,025.000 Euro, die er angeblich bezahlt hat, will Jury weder bestätigen noch dementieren: "Kein Kommentar zum Kaufpreis."
Und nicht zuletzt gibt es im kleinen Linda-Teich eine Quelle mit Vöslauer Wasser.
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