11.03.2016, 12:39 Uhr

Lilienfelderhof: Wie geht es weiter?

Nach dem Aus für "Wein-Papst": Verpächter Architekt Walter Hildebrand im Interview über seine Sicht der Zukunft des Pfaffstättner Baujuwels.

BEZIRKSBLÄTTER: Haben Sie wirklich noch nie einen Cent in den Lilienfelderhof investiert und wohnen um einen Pappenstiel in der Luxuswohnung, wie Ihr Ex-Mieter Johannes Papst behauptet?

ARCH. DI DR. HC. WALTER HILDEBRAND: Um überhaupt im Herrenhaus wohnen zu können, mussten wir 240.000 Euro investieren. Alles in allem habe ich belegbar seit 2007 1,5 Millionen investiert - ohne das geplante Hotel verwirklichen zu können. So gesehen war das die teuerste Wohnung, die ich je hatte.

Warum betonen Sie das so?
Erstens, weil es die Wahrheit ist und zweitens, weil das Baurecht (= Eigentum auf 99 Jahre), das der Privatstiftung Kartause Gaming, deren Vorstand ich bin, vom Stift Lilienfeld eingeräumt wurde, an Investitionen gebunden ist. Das 120-Betten-Hotel scheiterte zwar, aber eine kleine reduzierte Lösung mit erst mal 30 Betten ist in Vorbereitung.

Ist der Wein-Papst im Lilienfelderhof Geschichte?
Das ist abzuwarten. Da wurde zu viel Porzellan zerschlagen. Die Behauptungen von
Johannes Papst, ich hätte ihn vor die Tür gesetzt, sind falsch. Faktum ist, dass ich meine Anwälte eingeschaltet habe.

Worum geht es vor Gericht?
Papst ist mir Miete, Strom- und Betriebskosten etc. schuldig.

Wollen Sie neu verpachten?
Das wissen wir noch nicht. Aber die bei Papst gebuchten Feiern für 2016 werden wir abwickeln, mit einem Catering-Service.

Ihr Therlberg Rotgipfler 2008, gekeltert mit Karl Alphart, wurde mehrfach ausgezeichnet. Wieviel Flaschen gibt's noch?
Etwa 300. Ich verkaufe sie um 52, wert sind sie aber 100 €. Aber ich verkaufe sicher nicht alle. Die jetzigen Weine werden von Heinrich Hartl vinifiziert.

Sie haben 41 Auszeichnungen, u.a. für die Restaurierung der Kartause Gaming, bekommen - was wollen Sie noch?
Ich will keine Verleumdungen in der Zeitung lesen, habe immer noch viele Ideen und Projekte.

Sie sind vor 10 Jahren Winzer geworden und wurden dann gleich mehrfach für Ihre Weine ausgezeichnet - ein Naturtalent?
Nein! Ich war in meiner Jugend Schilehrer und Bergführer und habe damit mein Studium verdient. Ich arbeite hart. Jetzt gehe ich zum Ausgleich in den Weingarten und bin der älteste Jungwinzer. Aber zu 90 Prozent bin ich immer noch Architekt.

Das Interview führte Gabriela Stockmann.
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