16.03.2016, 11:10 Uhr

Der Borkenkäfer ist ein "Schnapsbruder"

Der beste "Lockstoff" für den ersten Schwärmflug ist Alkohol (fermentierter Pflanzensaft) (Foto: Foto: BASF SE)

Mit den steigenden Temperaturen steigt auch die Aktivität der Borkenkäfer und damit die Bedrohung.

FELDKIRCHEN (fri). Richtig aktiv werden die Borkenkäfer bei einer Durchschnittstemperatur von 15 - 16° C, weiß Peter Witasek von Witasek Pflanzenschutz GmbH. Der Feldkirchner beschäftigt sich schon seit Anfang der 1970er-Jahre mit Pheromonen. Das sind jene Botenstoffe, die den Borkenkäfer veranlassen einen Baum zu befallen. Das passiert dann, wenn die Bäume bedingt durch Stress-Situationen oder abgebrochene Wipfel beginnen Alkohol zu produzieren.


Natur braucht Unterstützung

"Wir registrieren seit einigen Jahren einen dramatischen Anstieg. Kalamitäten kann die Natur nicht in den Griff bekommen, da muss der Mensch helfen", weiß der Experte. "Neben dem Borkenkäfer wird der Rüsselkäfer zur zunehmenden Bedrohung. Dieser siedelt sich im Wurzelbereich an, greift diese an und bringt damit den Baum zum Absterben."


Forsthygiene und Prävention

"Es gibt mehrere Möglichkeiten auf ein Käfer-Szenario zu reagieren beziehungsweise sich vorzubereiten", meint Witasek.
"Forsthygiene ist oberstes Gebot. Betroffene Bäume müssen erkannt und rechtzeitig entfernt werden. Wenn der Baum sich verfärbt, dann sind die dafür verantwortlichen Käfer bereits ausgeflogen und haben sich anderswo wieder eingebohrt und das Spiel beginnt von vorne. Man kann auch einen Fangbaum auslegen. Dieser Baum dient als Käferfalle. Ein entsprechender Sicherheitsabstand von zehn bis zwölf Meter zu gesunden Bäumen ist einzuhalten und laufende Kontrolle unbedingt nötig. Bei starkem Befall muss der Baum sofort aus dem Wald entfernt werden."

Wirksame Pheromone

"Waldbesitzer können auch das 'Trinet' aufstellen. Bestückt mit einem Pheromon ist es ein wirksames Bekämpfungsinstrument. Pheromone sind auch bei unseren Nass- und Trockenfallen im Einsatz. Darauf fliegen die Käfer und vergessen dabei ganz auf die Bäume." Für bereits geschlägertes Holz, das im Wald zwischengelagert wird, empfiehlt der Experte ein speziell dafür entwickeltes Netz, das ebenfalls auf Pheromon-Basis wirkt.

Unwiderstehliche Lockstoff

Anfang 1970 war Peter Witasek bei einem der führenden Betriebe im Bereich Pflanzenschutz beschäftigt.
1995 wurde die Firma Witasek mit Firmensitz in Feldkirchen gegründet.
15 Mitarbeiter sind im Betrieb beschäftigt. Die Produkte werden weltweit verkauft. Hauptabsatzmarkt ist Europa
Zwei Hauptbereiche: Forstwirtschaft und Weinbau.
Ständig werden neue Produkte entwickelt und im Rahmen vor Vorträgen und Beratertätigkeit vorgestellt.

Zur Sache Borkenkäfer

In Mitteleuropa gibt es zwei Borkenkäferarten, die dem "Brotbaum" – der Fichte – gefährlich werden können. Den Buchdrucker und den Kupferstecher. Das Männchen legt die Rammelkammer an, in der die Paarung stattfindet. Nach der Anlage des Muttergangs und der Eiablage, schlüpfen nach ein bis zwei Wochen Larven.
Erschreckende Zahl: 1. Generation 200.000 Käfer (50 % Männchen, 50 % Weibchen). Nach der 3. Generation ist die Population auf 1,6 Milliarden Käfer gestiegen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.