03.04.2016, 00:00 Uhr

Verschwundenes Weinviertel in Wort und Bild

Martin und Karl Zellhofer: Vater und Sohn bringen in Wort und Bild einen Streifzug durch die Vergangenheit des Weinviertels.

Karl und Martin Zellhofer begaben sich auf Spurensuche und brachten das Ergebnis in Buchform.

WEINVIERTEL. Die Idee entstand aus einem Besuch im Tullner Hippersdorf. Jener 200-Einwohner-Gemeinde, wo Karl Zellhofer in den 50er- und 60er-Jahren die Sommer seiner Kindheit verbracht hatte. "Ich habe den Wandel miterlebt. Ich kannte ein Dorfleben, das heute nicht mehr existiert", meint der Autor. Also begannen er und sein Sohn Martin zu recherchieren. Die beiden fuhren kreuz und quer durchs Weinviertel - auf der Suche nach Gebäuden, die nur mehr als Hülle existieren: Greißler, Mühle, Schuster, Gasthäuser, Tischler, Volksschule, Milchcasino und Gemeindeamt. Das alles gab’s vor fünf Jahrzehnten noch in Hippersdorf, ebenso wie in vielen anderen Orten.
Manche Gebäude zeigen noch Spuren ihres früheren Zwecks, andere wurden zu Wohnhäusern umgebaut, nichts weist auf eine Greißlerei oder ein Kino hin.
"Der Wandel geht weiter", sagt Martin Zellhofer. Weiterhin schließen Gasthäuser und Bäcker und an den Ortsrändern entstehen Supermärkte und Einkaufszentren.

Wandel ohne Wertung

Die Autoren von "Verschwundenes Weinviertel", einer Dokumentation mit Blick ins Gestrige, wollen aber weder die Tristesse in den Vordergrund rücken, noch werten. "Es ist ja kein Sterben, die Orte sind nicht tot, sie haben sich eben verändert." Zum großen Teil sei dies der zunehmenden Mobilität der Menschen geschuldet, und mobil zu sein, sei ja etwas Positives, versichern die Autoren. Dann lässt Karl Zellhofer aber doch Wehmut durchklingen: "Für uns war das ganze Dorf Spielplatz, heute sieht man niemanden auf der Straße und der künstlich errichtete Spielplatz ist leer."
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.