23.03.2016, 07:50 Uhr

Kriminalitätsstatistik: OÖ top, Eferding Flop?

"Eferding ist ein kleiner Bezirk, da wirken sich die Zahlen sofort aus", so Gerald Eichinger, Bezirkskommandant.

Experten erklären, wie sich die Zahlen an Straftaten in Grieskirchen und Eferding auswirken.

BEZIRKE (jmi). Die neue Kriminalitätsstatistik für 2015 zeigt, dass in Oberösterreich um 1,8 Prozent weniger Straftaten als im Jahr davor begangen wurden. Rund 62.600 Delikte wurden im vergangenen Jahr angezeigt. Die Aufklärungsquote liegt bei 50 Prozent. "Wir haben die geringste Kriminalitätsbelastung der letzten elf Jahre, aber trotzdem kommt das bei den Menschen draußen nicht an", sagt Landespolizeikommandant Andreas Pilsl. Die meisten Straftaten werden in diesen Bereichen ausgeübt: Kfz-Diebstähle, Einbrüche in Wohnhäuser, Gewaltkriminalität, Wirtschaftskriminalität, Internetbetrug und Cybercrime.
In den Bezirken Grieskirchen und Eferding kann es nicht unterschiedlicher sein: Während in Grieskirchen das Verbrechen zurückgegangen ist, stieg in Eferding die Kriminalität im Jahr 2015 deutlich an.

Eferding: "Liegt an Statistik"


Während oberösterreichweit die Verbrechenszahlen im vergangenen Jahr zurückgingen, stiegen jene im Bezirk Eferding stark an. Das ist ein Wachstum von 11,4 Prozent an angezeigten Fällen. 2015 waren es 908 angezeigte Fälle (2014: 815). Im Vergleich: Im Bezirk Grieskirchen waren es 1723 Fälle (2014: 1903).
Gerald Eichinger, Polizeichef von Eferding, erklärt: "In den letzten eineinhalb Jahren wurde vor allem in Firmen und Würstlständen eingebrochen. In Zusammenarbeit mit der Polizei Steyr konnte auch eine Tätergruppe ausgeforscht werden, die die Einbruchsserie mit 49 Delikten in unserem Bezirk begangen hat. Dadurch steigen auch die Zahlen – und das wirkt sich auf Eferding als kleinen Bezirk sofort gewaltig aus." Vor allem Wegweisungs- und Betretungsverbote, Körperverletzung und gefährliche Drohungen sind gestiegen.
Im Gegensatz zum Oberösterreich-Trend sind Wohnungseinbrüche im Bezirk Eferding zurückgegangen. "Das liegt vor allem an der ländlichen Struktur Eferdings. Das Hauptproblem ist aber, dass das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung durch Einbrüche gemindert ist. Durch Präventionsveranstaltungen zu diesem Thema sollen die Einwohner sensibilisiert werden."

Grieskirchen: "Auf und Ab"


Erfreulich im Bezirk Grieskirchen: Der Bezirk verzeichnet einen mittleren Rückgang an Straftaten. Die angezeigten Fälle gingen 2015 um 9,5 Prozent zurück. "Mit der Kriminalstatistik sind wir zufrieden. Aber es gibt immer wieder Schwankungen, die von der Polizei nicht steuerbar sind. Ein richtiges Problemfeld gibt es im Bezirk Grieskirchen nirgends", so Bezirkskommandant Christian Stemmer. "Es besteht generell ein leichtes Auf und Ab bei Kriminalfällen. Nichts ist markant angestiegen oder gefallen." Wohnhauseinbrüche sind österreichweit gestiegen – auch im Bezirk Grieskirchen nahmen diese minimal zu. "Das lässt sich vor allem durch die Verkehrsanbindung an die A8 und die Nähe zu Wels erklären. Tätergruppen sind vor allem in Ballungsräumen tätig und können auch unseren Bezirk durchlaufen."

"Wenn es um Verbrechenszahlen geht, besteht generell immer ein Auf und Ab."

Christian Stemmer, Polizeichef Bezirk Grieskirchen

In diesem Jahr wird sich die Bezirkspolizei vermehrt um den Bereich Cyberkriminalität kümmern. Zudem steht eine Präventionsarbeit mit Schulen im Bezirk an. "In lang- und kurzfristigen Projekten werden wir die Jugendlichen vor allem über Cyberkriminalität als auch Gewalt aufklären", so Stemmer.
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