15.10.2016, 22:48 Uhr

Integration - kann das gelingen?

Täglich gibt es Schlagzeilen zu diesem Thema und Äußerungen und Vorschläge von Politikern, die zum Teil eine populistische Antwort auf Stammtischparolen, auf Ängste und Hetze sind. Diese Vorschläge werden von ehrenamtlichen Helferinnen, Quartiergebern und Freunden von Asylwerbern als wenig hilfreich empfunden. Im Kontakt zu Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, sieht so manches anders aus.

Hindernisse in der Integration

Während Politiker streiten, ob Asylwerber € 1, € 2,50 oder € 5 Jobs erhalten sollen, erleben Asylwerber und Helferinnen schon Frustrationen bei der Suche nach einem unbezahlten Praktikumsplatz. Ein Beispiel: Ein gelernter Schuhmacher aus Afghanistan hätte in zwei Betrieben für 3 Monate als Praktikant ohne Bezahlung arbeiten können. Nach erfolgreichen Schnuppertagen und einem guten Einvernehmen zwischen Asylwerber und Betriebsinhaber verlangte das AMS einen detaillierten Arbeitsplan, den der jeweilige Chef nicht erstellen konnte. Viele Hoffnungen und Enttäuschungen waren damit verbunden.
Dabei ging es beiden Seiten um ein Kennenlernen der Arbeitswelt in Österreich und Sozialkontakte zu Österreichern während der Arbeit. Der Asylwerber hätte niemanden den Arbeitsplatz weggenommen. Er wäre nur für 3 Monate aus dem Einerlei des Quartierlebens herausgekommen, wo er 14 Monate schon auf seinen Asylbescheid wartet.
Ist das Integration, wenn Asylwerber Einheimische freundlich grüßen und als Antwort auf das Schlimmste beschimpft werden?
Asylwerber haben oft nur Kontakt zu den Quartiergebern, ihren Betreuern und zu den Angestellten an der Supermarktkasse. Wenn sie jemanden zum Kaffee oder Tee einladen, nehmen manche Österreicher ihre Einladungen nicht an oder laden sie umgekehrt auch nicht zu sich ein. Zu viele Ressentiments sind manchmal vorhanden. Die meisten Vorurteile kommen von jenen, die noch nie Kontakt zu einem Asylwerber hatten.

Integration von beiden Seiten

Einheimische und Fremde müssen zusammenwirken, damit Integration kein Fremdwort bleibt. Dazu gehört Offenheit auf beiden Seiten und die Bereitschaft voneinander zu lernen. Asylwerber sollen unsere Sprache lernen, unsere Gesetze und unsere Lebensweise akzeptieren. Dabei dürfen sie nicht allein gelassen werden.
Achtung und Respekt auf beiden Seiten sind wohl das beste Mittel gegen Ausgrenzung und Anfeindungen. Fangen wir heute damit an!
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Roswitha Stetschnig aus Völkermarkt | 04.11.2016 | 23:48   Melden
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