18.07.2016, 10:31 Uhr

Alpenverein konnte Unwetter-Schäden rasch beheben

Die Zustiege der zur Alpenvereins-Sektion Imst-Oberland gehörenden Muttekopfhütte wurden durch die schweren Unwetter der letzten Wochen arg in Mitleidenschaft gezogen. Dank großem Einsatz von Vereinsmitgliedern (rund 500 Arbeitsstunden) war die Hütte rasch wieder über alle Wege erreichbar. Die Muttekopfhütte ist ein beliebtes Wander-, und Einkehrziel in den Lechtaler Alpen.
Die kürzeste Route führt von der Bergstation der Imster Bergbahnen am Alpjoch über den Drischlsteig. Ebenso gelangt man via Latschenhütte hinauf. Die Unwetter vom 24. Juni und 11. Juli richteten nahezu zweimal dieselben Schäden rund um die Muttekopfhütte an. Bereits nach dem ersten schweren Gewitter waren alle Zustiege wieder hergestellt und problemlos begehbar.

Mehrere Baustellen

Beide Unwetterereignisse verlegten die Zufahrt zur Materialseilbahn der Hütte an mehreren Stellen meterhoch mit Geschiebematerial. In weiterer Folge wurde der Aufstieg zur Hütte im unteren Bereich komplett weggespült, die Schotterreiße vom Plattein (kurz vor der Pfurtschellerrinne) über die gesamte Breite sechs Meter hoch überlagert. Weiter oben wurde der Weg auf einer Länge von 30 Meter durch eine Erdmure verlegt. Der von der Sektion beauftragter Geologe erstellte hierfür einen Sanierungsvorschlag. Im Bereich der Wasserfassung des Kleinkraftwerks der Muttekopfhütte verlegte das Unwetter den Bach. Somit war das Kraftwerk außer Betrieb. Das Unwetter vergangene Woche verursachte zumindest am zweiten Zustieg, von der Bergstation der Imster Bergbahnen am Alpjoch über den Drischlsteig, keine neuen Beschädigungen. Im Juni wurde auch hier der Weg an mehreren Stellen weggespült, zudem die Brücken am Wasserfall weggerissen bzw. beschädigt.

Mit Aufräumarbeiten sofort begonnen

Unmittelbar nach den heftigen Unwettern beschlossen die Verantwortlichen des Alpenvereins in Krisensitzungen rasch die nötige Maßnahmen. So wurde die Route ab der Latschenhütte mit Bagger und per Handarbeit begehbar gemacht bzw. als erste Lösung ein Notweg angelegt. Dabei leisteten sechs Mann der Sektion etwa 500 Arbeitsstunden, der Bagger war insgesamt 35 Stunden vor Ort. Stefan Jäger vom Alpenverein in Imst: „Wir sind es gewohnt, Wege nach heftigen Gewittern sauber zu machen, aber dass zwei Mal innerhalb kurzer Zeit idente Schäden in dieser Dimension auftreten, ist auch für uns nicht alltäglich.

Schäden beseitigen

Im Auftrag des Tourismusverbandes sanierte Stefan Jäger unter Mithilfe von zwei Mann des Alpenvereins auch den Drischlsteig, der normalerweise vom TVB gepflegt wird. Eine AV-Mannschaft leitete den Bach beim Kraftwerk in das alte Gerinne um und startete die Stromproduktion. Der Obmann der Sektion Imst-Oberland, Markus Welzl, lobte das Team rund um Stefan Jäger: „Wir haben engagierte Mitglieder, die bei derartigen Ereignissen rasch zur Stelle sind und anpacken.“

„Aufstiege bestens begehbar“

Andreas Riml, Wirt der Muttekopfhütte, bedankte sich bei der Sektion: „Der Alpenverein war gleich da und hat alles gerichtet. Es ist super, wie man sich auf diese Männer verlassen kann.“ Der Pächter sah die Situation nicht so schlimm: „Die eigentliche Katastrophe war diesmal nicht am Berg. Vermurungen sind hier oben nichts Außergewöhnliches. Die Brücke Richtung Drischlsteig war auch schon öfters weg.“ Abschließend meint er: „Alle Wege sind längst wieder bestens begehbar. Wir freuen uns auf alle Wanderer.“
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.