15.03.2016, 14:38 Uhr

Bogensport: Mit Pfeil und Bogen das Ziel im Visier

Bogensport heißt Präzision, Konzentration, Zielstrebigkeit und Perfektion. (Foto: Eisenhans/Fotolia)

Der Bogensport liegt voll im Trend. Im Bogenbau kommt neben Alu oder Carbon auch Holz zum Einsatz.

KLAUS (wey). Nach rund zwei Jahren Wartezeit ist es heuer im Frühjahr soweit: In Steyrling entsteht ein neuer 3D-Bogenparcours und in weiterer Folge auch ein Feldscheiben-Parcours. Spätestens Anfang Mai soll es losgehen. Betreiber ist der Bogensportverein Krems-tal (BSV), bei dem es eine eigene Sektion Brunnental gibt. Der Einschussplatz befindet sich unweit der Forstverwaltung Schaumburg-Lippe. Auf einem fünf Kilometer langen Rundkurs Richtung Bernerau wird man auf 40 3D-Tiere zielen. Auf einer etwas kürzeren Runde Richtung Ort Steyrling schießt man auf Zielscheiben. Das erste Turnier ist auch schon geplant: Das „Hirschloser-Turnier“ am 27. August im Rahmen der Hotspot-Trophy wird das offizielle Eröffnungsturnier. In weiterer Folge sind Turniere in verschiedenen Kategorien geplant.

Der Bogensportverein Kremstal und auch die Sektion Brunnental haben Schützen mit allen gängigen Bogenklassen in Ihren Reihen. In den Klassen Primitiv, Langbogen und Instinktivbogen werden hauptsächlich Holzbögen in verschiedensten Arten geschossen. Auch Pfeile für Prim- und Langbogen werden aus Holz gemacht.

Bogenbau

Jeder, der mit dem Gedanken spielt, sich einen traditionellen Holzbogen zu bauen, steht vor der Frage, welche Hölzer dafür geeignet sind. Nicht nur aus den bekannten Bogenhölzern wie Eibe, Osage, Robinie, Ulme, Ahorn, oder Esche lassen sich leistungsfähige Bögen bauen. Auch aus unbekannteren und untypischen Hölzern, zu denen z.B. Birke, Hainbuche, Eberesche, Holunder, Hartriegel, Goldregen oder auch Obstbäume gehören, kann man sehr gute und schnell schießende Bögen
bauen. Grundsätzlich gilt: Die Qualität und Wurfkraft eines selbstgebauten Holzbogens hängt weit weniger von der Holzart, als vom Bogendesign und der Sorgfalt und Hingabe des Bogenbauers ab. Selbst ein gutes Stück Eibenholz wird nicht unbedingt einen guten Bogen ergeben und der krumme, knotige Holunderstamm hat das Zeug zum Meisterwerk. Es gibt sicherlich auch viele
ausländische Hölzer (zB. Tropenhölzer), die sich hervorragend zum Bogenbau eignen.


Pfeilbau

Für den Pfeilbau werden hauptsächlich Zeder, Kiefer, Fichte und Bambus verwendet und vielfarbig befiedert. Ausgehend vom Urbogen, der rein aus Holz bestand und zur Jagd herangezogen wurde, entwickelten sich über die Jahre die verschiedensten Bogenarten, die in verschiedene Klassen eingeteilt werden.

Der Primitiv-Bogen
Der Prim-Bogen ist der Bogen, der noch rein aus Holz gebaut wird. Aus einem Stück Holz wird der Bogen gebaut und darf keine geschnittene Pfeilauflage haben (mit
Leder gewickelte Auflagen sind erlaubt). Mit dem Primbogen werden ausnahmslos auch Holzpfeile geschossen.

Der Langbogen
Der Langbogen ist ebenfalls aus einem Stück Holz, teilweise mit Carbon oder Glasfaser verstärkt und besitzt eine geschnittene Pfeilauflage. Mit dem Langbogen werden normalerweise Pfeile aus Holz geschossen, aus Kostengründen werden
aber immer wieder auch Carbonpfeile geschossen.

Der Recurve-Bogen
Recurve = Gegenkurve
Der Recurve ist der gängigste und breitgefächerte Bogen. Diese Klasse wird in 2 Klassen unterteilt: Bowhunter-Recurve (BHR) und Instinktivbogen (IB). Der Bowhunter-Recurve ist entweder aus einem Stück oder aus 2 oder 3 Teilen. Am meisten werden einteilige oder dreiteilige Bögen verwendet. Bei den dreiteiligen wird auf das Mittelstück, hauptsächlich aus Holz, beidseitig ein Wurfarm aufgesteckt oder
aufgeschraubt. Die Wurfarme bestehen zum Teil aus Holz mit Carbon oder Glasfaser verstärkt, oder komplett aus Carbon. Mit diesem Bogen werden Carbon-, Glasfaseroder Alupfeile verschossen. Das Mittelstück besitzt eine starre Pfeilauflage.

Der Bearbow-Olympic Recurve
Eigentlich gleich wie der Recurve, jedoch besteht das Mittelstück meist aus Alu oder Carbon und besitzt eine bewegliche (verstellbare) Pfeilauflage. Auch ein Unterschied ist der Griff an der Sehne. Im Gegensatz zu allen anderen Bogenklassen wo zumindest der Zeigefinger den Pfeil berühren muss, ist hier „Stringwalking“ (zielen durch unterschiedlichen Greifen an der Sehne) oder „Facewalking“ (Zielen
mit unterschiedlichem Ankerpunkt im Gesicht) erlaubt. Bei Olympic Recurve ist ein Visier erlaubt.

Der Compound

Der Compound ist der „technischste“ Bogen. Meist aus Alu oder Carbon, nutzt der
Compound die Wirkungen des Flaschenzugprinzipes. Schwer zu ziehen am Beginn,
wird die Zugkraft im Vollauszug massiv gemindert, um ein genaues zielen zu
ermöglichen. Im Breitensport ist es der einzige Bogen mit einer Zieleinrichtung
(Ausnahme bei Meisterschaften gibt es die Klasse Olympic-Recurve, wo ebenfalls
eine Zielvorrichtung aufgebaut wird). Auch hier werden Pfeile aus Carbon oder Alu verschossen.

Geschossen wird auf 3D-Ziele aus Hartschaum oder auf Zielscheiben.

Über den Bogensportverein Kremstal

Der BSV-Kremstal, ob in Nußbach oder Brunnental, investiert viel Zeit und
Arbeit in Aus- und Weiterbildung. Das schlägt sich in großartigen Erfolgen der Schützen nieder, welche in der jüngsten Vergangenheit unter anderem einen Weltmeistertitel, zwei WM–Bronzemedaillen, EM-Bronze sowie mehrere Staats- und Landesmeistertitel erringen konnten.

Aufgrund eines guten Rufes in der Bogensportszene kann der BSV jährlich
ca. 4000-5000 Schützen auf den Parcours begrüßen.

In Nußbach gibt es vor Ort ein Fachgeschäft mit allem, was das Bogenschützenherz begehrt. Infos unter www.bs-kremstal.at, www.bsv-kremstal.at oder www.sektion-brunnental.at
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.