30.08.2016, 07:07 Uhr

Grobe Verstöße gegen das Recht

Johannes Stockhammer: "Einige schwarze Schafe sorgen dafür, dass die ganze Branche in Verruf gerät.

Die meisten Arbeitsgesetz-Verstöße gibt es in der Gastronomie

KIRCHDORF (sta). Die meisten Unternehmen achten auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und behandeln Mitarbeiter fair. Bei einigen ist die Gangart allerdings härter geworden. Das weiß auch Johannes Stockhammer, Leiter der Arbeiterkammer Kirchdorf: "Es gibt auch im Bezirk Kirchdorf Wirte und Hoteliers, für die das Arbeitsrecht ein Fremdwort zu sein scheint. Qualität und Fairness müssen eine Rolle spielen."

Ansprüche verfallen
Ein Beispiel aus der Praxis: "Ein ungarisches Paar hat zwei Jahre lang in einer Pizzeria in Kremsmünster gearbeitet. In dieser Zeit haben die beiden regelmäßig Mehrarbeit und Überstunden geleistet, die aber nie bezahlt wurden. Pro Monat dürften die beiden dadurch um rund 600 Euro gekommen sein. Als sie sich an die Arbeiterkammer wandten, war es schon zu spät. Sie konnten zwar genaue Arbeitsaufzeichnungen vorlegen, der Großteil der Geldansprüche war aber bereits verfallen", so Stockhammer.
Fälle wie dieser werfen kein gutes Licht auf die Branche. Die Gastronomie ist auch jene Branche mit dem größten Bedarf an Rechtsvertretungen durch die Arbeiterkammer. (gefolgt vom Handel). "Nur wenn sich die Betriebe an Regeln halten, kann es mit dem Ruf der Hoteliers und Gastronomen als Arbeitgeber wieder bergauf gehen. Ein gutes Arbeitsklima wirkt sich auch auf das Wohlbefinden der Gäste aus", ist Stockhammer überzeugt. 197 Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe im Bezirk Kirchdorf beschäftigen derzeit knapp über 1000 Mitarbeiter, davon 707 Frauen.
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