04.08.2016, 19:27 Uhr

Die letzte Tanke in der City

Die alte Tankstelle vor dem Geschäft von Farben Hübner. Mit dem Umbau des Alten Platzes in den frühen 70er-Jahren war Schluss.

Es war die letzte und bislang einzige Tankstelle innerhalb des Ringes. Doch es gibt sie nicht mehr.

KLAGENFURT (mk). Heutzutage glaubt man es kaum, es hat einmal innerhalb des Ringes eine Tankstelle gegeben. Sie stand direkt vor dem Geschäft der Familie Hübner, die am Alten Platz eine Farbenhandlung betrieben hat. Es war nur eine Zapfsäule, die von einem 5.000-Liter-Tank gespeist wurde.
Aus der Not heraus
Es war eigentlich eine Entscheidung aus der Not heraus. Urgroßvater Hübner besaß in den 20er-Jahren ein Kfz. "Aber es war schwierig zu Benzin zu kommen, deshalb hat er die eigene Tankstelle eröffnet", sagt der Nachfahre Josef Hübner. Er selbst war an der sogenannten Tanke noch als Aushilfe tätig. Bis heute erinnert er sich gerne an die Zeiten als Meister der Zapfsäule zurück – mit Wehmut.

Ende mit Fußgängerzone
Das Ende der Tankstelle kam mit der Fußgängerzone. Anfang der 70er-Jahre wurde umgebaut und der Alte Platz wurde zu einer Fußgängerzone. Mit der einzigen Zapfsäule innerhalb des Rings war es damit vorbei. Zur Erläuterung: Vor der Erklärung zur Fußgängerzone war der Alte Platz eine Durchzugsstraße. Das hörte sich mit der Gründung der Fußgängerzone natürlich auf.

Das Ende
Mit dem Umbau war auch die Tankstelle übrig geworden. Doch Josef Hübner macht keinen Hehl daraus, dass ihm die Stadt damals eine Einnahmequelle verwehrt hat. "Der Tank wurde einfach ausgegraben und es gab keinerlei Entschädigung."

Lange Geschichte
Doch die Geschichte des Hauses am Alten Platz ist noch viel länger. Cornelia Hübner berichtet über die Details: "Früher gab es hier ein Gasthaus. Bei dem konnten sogar die Pferde eingestellt werden." Es war die Durchzugsstraße von Wien bis Triest. Eine Tankstelle hat es damals freilich nicht gegeben – eher eine Pferdetränke.

Prominente Mieter
Die Geschichte des Hauses geht aber noch weiter. Bis zum Jahr 2007 betrieben die Hübners einen Handel für Künstlerbedarf. "Es hat sich aber leider nicht ausgezahlt", sagt Josef Hübner. Einer der Gründe seien die fehlenden Parkplätze, sagt er. Mittlerweile werden die Geschäftsräume vermietet. Geschäftsleute sind die Hübners also geblieben. Unter anderen gehört die Parfümeriekette Marionnaud zu ihren Kunden. Und statt Benzin wird nun gerne Kaffee vor dem Hübner-Haus konsumiert.
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