17.06.2016, 13:24 Uhr

Werner Bischof in der Stadtgalerie

Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz mit Marco Bischof, Karin Friesenbichler (Magnum Fotos), Manuela Tertschnig (Leiterin Kulturabteilung) und Beatrix Obernosterer (Leiterin Stadtgalerie) (Foto: StadtPresse / Fritz)

Die Stadtgalerie Klagenfurt zeigt Werke eines der bedeutendsten Reportage-Fotografen und Fotokünstlers der Geschichte: Werner Bischof (1916 – 1954)

KLAGENFURT. „Es ist uns eine besondere Ehre, als einzige Galerie in Österreich zu eine so umfangreiche Ausstellung des international renommierten Fotokünstlers und –journalisten Werner Bischof zeigen zu können“ sagt Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz. „Sehr glücklich sind wir auch darüber, Bischofs Sohn, den Züricher Filmemacher Marco Bischof im Rahmen der Vernissage begrüßen zu können.“
Sechs Jahre lang hat Marco Bischof, der seinen Vater im Alter von nur vier Jahren verlor, in akribischer Arbeit dessen Hinterlassenschaft digitalisiert und der Nachwelt zugänglich gemacht - mit ihr auch Bischofs permanente Infragestellung des Berufs des Fotoreporters und sein Zweifeln am Sinn der Kriegsfotografie sowie seine Ästhetik und sein menschliches Engagement.

20 Jahre Stadtgalerie

Dass 20 Jahre Stadtgalerie Klagenfurt mit der großen Schau zum runden Geburtstag Werner Bischofs, der heuer 100 Jahre alt geworden wäre, zusammenfallen, ist kein Zufall, sagt Mag. Beatrix Obernosterer, Leiterin der Stadtgalerie Klagenfurt. „Nach 20 Jahren mit Schwerpunkt internationale Klassische Moderne werden wir in Zukunft die bereits begonnene Schiene der internationalen Fotografie ausbauen und zeigen nach Lessing, Baumann, Mapplethorpe oder Bryan Adams mit Werner Bischof einen weiteren Fotografen von Weltrang.“

Licht und Schatten

Mit faszinierenden Kompositionen aus Licht und Schatten machte sich der Schweizer Leica Fotograf schon früh einen Namen. Sehr schnell wurde er zu einem der größten Reportage-Fotografen der Geschichte. Bischof, der nach dem Krieg an den Brennpunkten der Welt sowohl in Europa, aber auch in Amerika, dem Nahen und Mittleren Osten, Indochina, Hongkong usw. arbeitete, gibt tiefgehende Einblicke in menschliche Lebenszusammenhänge. Seine Fotos von Menschen wie - um nur eines zu nennen - dem kleinen Hirtenjungen aus Peru, der nahe am Abgrund Flöte spielend die steinige Straße entlang wandert, sind um die Welt gegangen. Sie zeugen vom hohen moralischen Anspruch des Fotografen, den es anwiderte, sensationsheischend die Linse auf menschliches Leid zu richten.

Bischofs Motto: „Es kommt nicht darauf an, aus der Fotografie wie im alten Sinne eine Kunst zu machen, sondern auf die tiefe soziale Verantwortung des Fotografen, der mit den gegebenen elementaren fotografischen Mitteln eine Arbeit leistet, die mit anderen Mitteln nicht zu leisten wäre. Diese Arbeit muss das unverfälschte Dokument der zeitlichen Realität werden.“

Die Ausstellung ist bis 18. Dezember in der Stadtgalerie zu sehen.
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