11.03.2016, 15:02 Uhr

Bewegte Gelenke erhalten die Gesundheit

Eine gesunde Torte gab's zum Jubiläum für alle Besucher.
Krems an der Donau: Donauuniversität |

Arthrose entsteht durch Alterung, Degeneration und Entzündung der Gelenke, wobei der Zeitpunkt von Auftreten und Symptomen in unserer Verantwortung liegen. Über die weltweit häufigste Krankheit, Arthrose, referierte Univ.-Prof. Dr. Stefan Nehrer im Zuge der Mini Med-Vortragsreihe.

Jubiläum

Zunächst Grund zum feiern: 10 Jahre Mini Med in Niederösterreich, 600 Veranstaltungen, 60.000 Zuhörer. Zahlen, die belegen, dass es viele Menschen gibt, die Interesse am Thema Gesundheit und gesünderes Leben haben. Die Festredner NÖ LH-Stv. Wolfgang Sobotka, NÖGKK-Obmann-Stv. Michael Pap, Donau-Uni-Rektor Friedrich Faulhammer und RMA Gesundheit-Geschäftsführer Johannes Oberndorfer unterstrichen die Bedeutung der Mini Med Vorträge bei der Prävention von Krankheiten.

Fakten

Einen wesentlichen Beitrag stellt die verständliche Erklärung von Entwicklungen im Bereich Krankheit, Gesundheit und Medizin dar. Auch Dr. Stefan Nehrer wartete mit interessanten Fakten zum Thema Arthrose auf:
Ca. 30 Mio Menschen der westlichen Welt leiden darunter, 18% der Österreicher. Ab dem 40. Lebensjahr nehmen Gelenkserkrankungen vor allem altersbedingt rapide zu. Groß auch die Rolle des Lebenswandels: 43% Frauen und 27% Männer mit Fettleibigkeit erkranken an Arthritis, bei Übergewichtigen immerhin 32% Frauen und 19% der Männer. Alarmierend: Alleine in den USA ist der durchschnittliche BMI >30 seit 1991 von 15 auf über 30 Prozent gestiegen. Zwischen Lebenserwartung (80) und dem Ende des krankheitsfreien Lebens (59) leben wir 21 Jahre mit Beschwerden - statistisch. Grund also, aktiv zu sein, um Arthrose als weltweit häufigster Erkrankung vorzubeugen.

Knie, Hüfte, Schultern, Wirbelsäule, Finger und Zehen - überall dort nistet sich Arthrose mit unterschiedlicher Schmerzwahrnehmung ein. Zwischen „gar nichts spüren“ und „stark wehtun“ ist alles möglich, was die Suche nach geeigneten Therapien erschwert. In jüngeren Jahren sind zunächst jene betroffen, die Sport betreiben oder ihren Körper überdurchschnittlich belasten. Es entsteht eine Degeneration von Gelenken: Gelenkverletzungen, muskuläre Instabilität, Fehlhaltungen und falsches Tragen von Lasten führen dazu. Doch auch Entzündungsprozesse, etwa durch Viren, können in Arthrose münden. Mit dem Alter nimmt die Knorpeldichte rapide ab, krankheitsfördernd wirken hormonelle Entwicklungen, Abnützungen, genetische Hintergründe, Muskelschwund und immer langsamere Heilprozesse.

So beginnt es meist: Faktoren wie Tages- und Jahreszeit oder das Wetter bereiten irgendwann Schmerzen in den Gelenken, Belastungen wie Sport oder Arbeit sorgen meist spontan für einen hellen, scharfen Schmerz. Dazu gesellt sich dumpfer Nachtschmerz. Was tun?

Prävention

So weit muss es nicht kommen, vor allem 10.000 Schritte pro Tag nennt Nehrer als Ansatz zur Prävention - optimaler Weise sind es 1-3 Mio Schritte pro Jahr. Richtige Ernährung, Sport (gemäßigt mit geeigneter Ausrüstung) und verbesserte Bewegungsabläufe (etwa beim Tragen oder Bücken) sind wichtig. Kommt es dennoch zur Arthrose, gibt es die bekannte Bandbreite zwischen medikamentöser Behandlung, Einbringen von Knorpelbestandteilen - etwa in Form von Injektionen, operativer Knorpelbehandlung, Korrektur der Gelenkachsen und Gelenkersatz durch Prothesen. Abschließende Statistik: Österreich liegt mit jährlich 20.166 Endoprothesen - also künstlichen Gelenken in Hüfte und Knie - immerhin an zweiter Stelle in Europa.

Info

Mini Med-Frühjahrs- und Sommer-Semster 2016
Univ.-Prof. Dr. Stefan Nehrer
Donauuniversität Krems
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