20.04.2016, 13:30 Uhr

"In Vielfalt geeint" - die Flüchtlinge und Wir?!

kfb Leitungsfrauen: Regionalleiterinnen Evi Oberhauser und Luise Rupert, Regionalreferetin Tania Zawadil mit dem kfb Team Fieberbrunn
Wörgl: kfb Regionalstelle Wörgl |

Frühjahrs-Impulstreffen der katholischen Frauenbewegung in Fieberbrunn


In Vielfalt geeint“,

das Motto Europas klingt schön, auch der dahinter stehende Gedanke, dass sich die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union für Frieden und Wohlstand einsetzen sollen. Dieser hehre Wahlspruch ist oft mehr frommer Wunsch, denn Wirklichkeit, wenn man bedenkt, dass er identitätsstiftend sein soll für bis heute 28 EU - Mitgliedsstaaten, die hinsichtlich Traditionen und Kulturen nicht unterschiedlicher sein könnten. Wer in guten Zeiten auf ihn pocht, kann jetzt in Zeiten der Flüchtlingskrise nicht nach dem Florianiprinzip eine Rolle rückwärts machen. Der Friede in der EU und auch der in Österreich scheinen bedroht. Lange vor den ersten Abschiebungen von Flüchtlingen aus Europa in Richtung Türkei, greift die „das Boot ist voll Mentalität“ flächendeckend um sich.

Durch den aktuellen Wahlkampf um das Amt des Bundespräsidenten und die Personalrochade in der Bundesregierung leider mehr befeuert, denn lösungsorientiert behandelt bzw. angegangen.

Keine Frage, Flüchtlinge polarisieren. Ein Zusammentreffen - im privaten oder öffentlichem Raum - ohne Diskussion, ohne Für und Wider, die sich bewegt zwischen Willkommenskultur und „besondere Maßnahmen“, gemeint sind Zäune, gibt es heutzutage kaum mehr. Zwischen dem Wort und Unwort des Jahres 2015 liegen Welten und weltanschauliche Gräben, die tiefer nicht sein könnten. Die neue Realität schafft neue Begriffe und schürt Ängste, die die katholische Frauenbewegung ernst nimmt. Auf ihrem Frühjahrs-Impulstreffen in Fieberbrunn war die Flüchtlingsthematik das alles beherrschende Thema, das 28 Frauen aus der ganzen Region St. Johann und Brixen im Thale intensiv diskutieren ließ.

Fazit: Die kfb Frauen vertrauen auf die Kraft der Begegnung.



Sie sind sich einig, dass ein längst abgeschafft geglaubter Territorialismus und geschlossene Grenzen nicht die Lösung sind, aber auch nicht große „Auffanglager“ oder Traglufthallen auf der grünen Wiese. Gegen aufkommende Berührungsängste hilft nur der persönliche Kontakt mit einzelnen Flüchtlingen und der kommt nur zustande, wenn sie mitten unter uns leben - dürfen. Auf dem Land oder in der Stadt, genau wie wir, mit ihren Familien.

Zwischen Willkommenskultur und der Verabschiedung von der Gastfreundschaft und einem pauschalen „wir schaffen das“ oder dem tirolerischen „passt scho oder passt net“, bleibt also viel freier Raum für die eigenen Gedanken und das, was sich für einen selber richtig oder falsch anfühlt.

Vielfalt der Menschen und Kulturen sind nicht nur für das Engagement in der Katholischen Frauenbewegung eine Bereicherung, sondern auch für eine Gesellschaft, national wie supranational. Eingebettet in den richtigen gesetzlichen Rahmen müsste dies für eine funktionierende Demokratie zu schaffen sein, damit uns die Vielfalt eint und nicht trennt.
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