07.06.2016, 18:00 Uhr

Kunst & Kultur aus Kärnten - Teil 1 - Kiki Kogelnik

Kogelnik in den frühen 60er Jahren (Foto: Kiki Kogelnik Foundation)

In den letzten Jahrzehnten sowie Jahrhunderten hat Kärnten etliche Künstler, Schriftsteller, Authoren, Bildhauer, Musiker, Dichter, Denker und viele Persönlichkeiten von internationalen Rang hervorgebracht - In dieser neuen Serie wollen wir einige davon vorstellen

Kunst und Kultur, das sind sehr weitgreifende Begriffe. Laut Definition bezeichnet das Wort Kunst jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist. Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Kultur hingegen bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst erschafft.

Kiki Kogelnik

* 22. Jänner 1935 Graz | † 1. Februar 1997 Wien | Pop-Art-Künstlerin

Die am 22. Jänner 1935 in Graz geborene Künstlerin verbringt ihre Kindheit und Jugend mit ihrer Familie in Kärntner Bleiburg. Im Jahr 1954 hat ihre künstlerische Ausbildung an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien begonnen. Im darauf folgendem Jahr wechselte sie jedoch an die Akademie der Bildenden Künste in Wien.


Elternhaus von Kiki Kogelnik in Bleiburg - Foto: Johann Jaritz

Junge Advantgarde

Während der Jahre an der Akademie gehörte Kogelnik bereits zum Kreis der jungen Avantgarde um die Galerie nächst St. Stephan unter der Leitung von Otto Mauer. Kiki Kogelnik nahm an Gruppenausstellungen der Galerie teil und präsentierte abstrakte Werke.

Von Paris nach Amerika

Kiki Kogelnik's Aufenthalt in Paris in Jahren 1958 bis 1959 war entscheidend für ihren Werdegang. Wärend dieser Zeit befreundet sie sich mit dem amerikanischen Künstler Sam Francis, welcher sie dann auch im Jahr 1961 zu ihrer Übersiedlung nach Amerika bewog. Im Jahr 1961 erichtet Kogelnik ihr Artelier am New Yorker Broadway und wurde Teil einer eng befreundeten Künstlergruppe der Roy Lichtenstein sowie Andy Warhol und viele andere angehörten.

Der Weg zu Pop Art

Kiki Kogelnik begann in dieser Zeit auch mit Figuren und Symbolen zu arbeiten und war stark von den Farben und Materialien der Pop Artbeeinflusst. Zahlreiche bunte, euphorische Space-Art-Werke sind in dieser Zeit entstanden. Im Gegensatz zu den Pop-Art-Künstlern vermied sie die Verherrlichung des Kommerzes und die Darstellung alltäglicher Objekte, obwohl sie Plastik und das Künstliche als Thema bevorzugte. Kogelnik hat begonnen lebensechte Schablonen ihrer Künstlerfreunde aus Packpapier auszuschneiden, um sie auf die Leinwand ihrer Gemälde zu übertragen. Im Jahr 1965 wurden diese Schablonen dann als die „Hangings“ zu eigenständigen Kunstwerken aus Vinyl, die auf Warenhausständern präsentiert wurden.


Kogelnik in den frühen 1960er Jahren, mit "Hangings" Foto: Kiki Kogelnik Foundation

Ein mal London und zurück

Im Jahr 1966 hielt sich Koglnik längere Zeit in London auf wo sie den Onkologen George Schwarz heiratet. Nur ein Jahr später kehrt sie nach der Geburt ihres Sohnes Mono schon wieder nach New York zurück.

Das "Moonhappening"

Inspiriert von der Mondlandung im Jahr 1969 konzepierte Kiki Kogelnik ein "Moonhappening" in der Wiener Galerie nächst St. Stephan. Dort produziert sie während der Liveübertragung der Mondlandung von Apollo 11 eine Serie von mondthematischen Siebdrucken.

Feministische Themen mit Pop-Ästhetik

In den 1970er Jahren befasste sich die Künstlerin mit der Kritik der Rolle der Frau in der Werbung und Begann ihre "Women"-Werke. In dieser Zeit war es einzigartig, feministische Themen mit Ironie, Humor und Pop-Ästetik anzugehen.In dieser Zeit begann sie auch gelegentlich mit Keramik zu arbeiten. Im Werkzyklus “Expansions“ benützte sie zum Beispiel keramische Elemente, die mit der Leinwand als Gesamtwerk gezeigt werden.


"Female Robot" von Kiki Kogelnik Foto: Kiki Kogelnik Foundation

Stil-Entwicklung

Im Laufe der Zeit wurde der menschliche Körper in ihren Werken immer mehr fragmentiert und manipuliert. Kiki Kogelnik's Ihr Artelier in Bleiburg wird ausgebaut und anläßlich ihres 60. Geburtstages werden die "Venetian heads" präsentiert. In den 1990er Jahren zeigte der Großteil ihrer Arbeiten sehr abstrakte Gesichter. In Murano begann Kiki Kogelnik das erste mal im Jahr 1994 mit Glas zu arbeiten und in der Folge entstanden auch erste Arbeiten in Bronze. In einer Serie von Glasskulpturen, Zeichnungen und Grafiken wollte sie Kommerz und dekorative Themen im Bereich Kunst kommentieren.


Bleiburg Zehnter Oktober Platz Freyungsbrunnen Foto: Johann Jaritz

Tod und künstlerischer Nachlass

Am 1. Februar 1997 starb Kiki Kogelnik an den folgen eines Krebsleidens in Wien. Im gleichem Jahr verleiht ihr die Stadt Bleiburg die Ehrenbürgerschaft und der Brunnen "Der Gesang" wird nach detaillierten Plänen der Künstlerin in Klagenfurt errichtet. Im Jahr 1998 zeigte die Österreichische Galerie Belvedere eine umfassende Retrospektive und Kiki Kogelnik wird posthum das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst verliehen. Nach dem Tod der Künstlerin wurde die “Kiki Kogelnik Foundation“, eine amerikanische Privatstiftung mit Sitz in Wien und New York gegründet. Diese bewahrt und archiviert den künstlerischen Nachlass von Kogelnik und unterstützt Ausstellungs- und Forschungsaktivitäten.


Kiki Kogelnik Brunnen in Klagenfurt Foto: Anton-kurt


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