10.08.2016, 11:17 Uhr

Kärnten bekommt mobile Beraterin für Sexdienstleisterinnen

Eine mobile Beraterin soll Sexdienstleisterinnen über Rechte und Pflichten aufklären (Foto: bbroianigo / pixelio.de)

Umfassende Informationen gibt es zu Rechten und Pflichten sowie Angeboten von Ausstiegsszenarien.

Die in Italien und Slowenien verbotene Prostitution hat sich zuletzt vermehrt nach Kärnten verlagert. Derzeit gibt es landesweit 36 genehmigte Bordelle, in welchen bis zu 400 Sexdienstleisterinnen legal arbeiten. Auf diese Entwicklung reagiert das Referat für Frauen und Gleichbehandlung mit einem neuen Projekt, das gemeinsam mit der Gesundheitsabteilung des Landes umgesetzt wird.

Mobile Beraterin

Eine mobile Beraterin, welche Sexdienstleisterinnen an den Gesundheitsämtern umfassend informiert, wurde installiert. Das Projekt trägt der Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit über gesundheitliche Vorkehrungen für Personen, die sexuelle Dienstleistungen erbringen, Rechnung. Im Erlass dazu wird darauf hingewiesen, dass „über bestehende einschlägige Einrichtungen zur Beratung und Unterstützung nach Abs. 4, sowie über mögliche Ausstiegsszenarien nach Abs. 5, zu informieren ist".

Umfassende Informationen

„Die mobile Beraterin ist in den Gesundheitsämtern zu den Untersuchungszeiten anwesend, informiert unter anderem über Unterstützungsangebote, Sozialversicherung und die steuerrechtliche Situation, bietet aber auch Ausstiegsszenarien an. Sie kommt in den Hot-Spots Villach und Klagenfurt verstärkt zum Einsatz und ist in den Bezirken einmal pro Monat vor Ort“, so Gesundheits- und Frauenreferentin Beate Prettner.

Beratung in Anspruch nehmen, ohne stigmatisiert zu werden

„Organisatorisch ist die Beraterin in einer Frauenberatungsstelle angesiedelt, in der sie ein Büro für die Dokumentation der Beratungen mitbenützt beziehungsweise ebenfalls bei Bedarf Beratungen anbietet. Das hat den zusätzlichen Effekt, dass auch inländische Sexdienstleisterinnen, die überwiegend illegal arbeiten und nicht zum Gesundheitsamt sondern zu ÄrztInnen ihres Vertrauens gehen, Beratung in Anspruch nehmen können, ohne stigmatisiert zu werden“, so die Frauenbeauftragte Michaela Slamanig.

Sexwork Info

Die Broschüre "Sexwork Info" bietet eine aktuelle Zusammenfassung der Rechte und Pflichten von Sexdienstleisterinnen. Die Broschüre ist in Deutsch, Englisch, Ungarisch, Tschechisch, Bulgarisch, Rumänisch und Chinesisch erschienen. Sie liegt in Gesundheitsämtern auf und ist auch als Download verfügbar: www.frauen.ktn.gv.at/290504_DE
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