01.06.2016, 14:09 Uhr

Neues Bilderbuch über das Schweizerhaus und seine Geschichte

Karl Kolarik, Herbert Lackner und Andreas Vitásek (v.li.) genießen das Bier im Schweizerhaus bei der Buchpräsentation.

Ex-Profil-Chefredakteur Herbert Lackner schrieb ein historisches Bilderbuch über die Wiener Institution. Gemeinsam mit dem Kabarettisten Andreas Vitasek wurde das Buch am Mittwoch präsentiert.

LEOPOLDSTADT. Das Schweizerhaus ist weit über die Grenzen der Leopoldstadt als Ort der Gastlichkeit, für sein gepflegtes und außergewöhnliches Ambiente und natürlich für sein Bier, seine Stelzen und für Puffer, Radi und Rohscheiben bekannt. Zum 250-Jahr-Jubiläum des Wiener Praters wurde nun dieses Wirtshaus im Licht von drei Jahrhunderten gezeigt. Ex-Profil-Chefredakteur Herbert Lackner, selbst Stammgast im Schweizerhaus, hatte im vergangenen Sommer die Idee zu dem Buch und „einfach viel Spaß am Recherchieren und Machen des Buches.“

Abwechslungsreiche Geschichte

Schon 1716 berichtete die britische Reiseschriftstellerin Lady Montague von einer „Schweizer Hütte“, wo sie mit Holundersaft und gebratenen Fischen bewirtet wurde. Nach der Öffnung des Praters wurde hier 1780 ein Gasthaus namens „Zur Tabakspfeife“ eröffnet, ab 1815 hieß es „Zum russischen Kaiser“. 1840 errichtete der junge Architekt Eduard van der Nüll ein neues Ausschank-Gebäude im Stil eines Schweizerhauses. Dieser Name hielt sich bis heute.

1920 kaufte schließlich ein Fleischhauer aus der Brigittenau das Lokal für seinen Sohn Karl Kolarik und dieser machte es trotz Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zu einer Erfolgsgeschichte. Das Buch „Schweizerhaus - Die Geschichte einer Institution“ hat 67 Seiten, zahlreiche Illustrationen und Fotos und ist direkt im Schweizerhaus erhältlich.

Berühmte Gäste

Seit jeher haben sich im Schweizerhaus die Größen von Kunst, Kultur und Gesellschaft getroffen. Während einst Anton Bruckner, Arthur Schnitzler oder Hugo von Hoffmannsthal ihr Bier genossen, haben in unserer Zeit Udo Jürgens, Helmut Qualtinger, André Heller oder Curd Jürgens, Peter Alexander oder Louise Martini den Gastgarten genossen.

Für den Kabarettisten Andreas Vitásek bedeutet das Schweizerhaus „gelebter Sozialismus, weil vor der Gnade der Kellner sind alle gleich: Arbeiter und hohe Geschäftsleute.“ Vitásek wurde von seinem Vater im Schweizerhaus eingeführt und gibt den Tipp, nie ein Bierseidel zu bestellen, um nicht das Vertriebssystem in Chaos zu stürzen. Die wienerischste Art zu sterben: Stelze und Bier im Schweizerhaus zu genießen und sich dann vor die Liliputbahn zu werfen.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.