21.09.2016, 10:34 Uhr

"Eine Schande für unsere Jägerschaft"

Die traurigen Reste eines Hochstandes am Ebenwald.

Rostige Nägel, Teerpappe, Glasscherben, Plastikmüll - die Hinterlassenschaften einiger Lilienfelder Jäger.

BEZIRK LILIENFELD. Vor zwei Wochen zeigten die Bezirksblätter schonungslos die Umweltsünden einiger Wanderer und Landwirte auf. Der Beitrag schlug hohe Wellen und rief zahlreiche Reaktionen hervor. Mehrere Mails erreichten die Redaktion mit Hinweisen, wie "manche Jäger im Bezirk Lilienfeld werken". Die schockierenden Beweisfotos schickten wir an den Landesjagdverband und Bezirksjägermeister Martin Schacherl.

"Keine Erziehung genossen"
"Wir sind bestürzt über das Verhalten von Menschen, die offenbar keine Erziehung genossen haben. Die von Ihnen gezeigten „Hochstand-Reste“ gehören nicht in die Natur, sondern auf den Sperrmüllplatz", ärgert sich Dr. Peter Lebersorger, Generalsekretär des niederösterreichischen Landesjagdverbandes.
"Leider ist es uns nicht möglich, jedes Fehlverhalten eines Jägers sofort zu korrigieren. Wir halten aber fest, dass der Landesjagdverband in seinen Schulungen bemüht ist, seine Mitglieder zu einem rechtmäßigen und gesellschaftsverträglichen Verhalten anzuleiten und zu schulen. Wir werden die von Ihnen aufgezeigten Fehlleistungen in unsere Schulungen sofort verstärkt einfließen lassen", so Lebersorger weiter.
Für Lilienfelds Bezirksjägermeister Martin Schacherl ist dieses "Müllproblem" in einigen Jagdrevieren keine Neuigkeit: "Ich wurde bereits vor einem Jahr von einem aufmerksamen Wanderer darauf aufmerksam gemacht. Darauf hin habe ich mit meinen Hegeringleitern dieses Problem zum Schwerpunkt für das Arbeitsjahr 2016 erklärt. Auch unsere Bezirksförster habe ich ersucht, mir solche Müllpositionen zu melden", berichtet Schacherl.
Es gäbe bereits erste Rückmeldungen, wo Jäger gemeinsam Reste von Hochständen und sonstigen nicht mehr gebrauchten Reviereinrichtungen entfernen.
"Die Aktion ist noch nicht abgeschlossen und es bedarf aufgrund Ihres Berichts scheinbar noch mehr Initiative", so der Bezirksjägermeister, der auch betont, dass er zu dieser Problematik eine Bewusstseinsbildung bei den Lilienfelder Jägern in Gang gesetzt habe. "Daher bin ich zuversichtlich, dass in naher Zukunft alle Verantwortlichen für saubere Reviere im Bezirk sorgen werden".
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