12.04.2016, 14:36 Uhr

Richtschnur für Kepler Klinikum

Das UKE hat seit 2003 die Infrastruktur optimiert und den Betrieb neu organisiert. Foto: UKE

Das UKE in Hamburg hat sich in nur zehn Jahren enorm entwickelt

HAMBURG (jog). "Über den Gartenzaun schaun" lautete die Devise bei einer vom Land OÖ organisierten Reise einer Gesundheitsdelegation nach Hamburg. Mit dem Uniklinik-Campus Eppendorf (UKE) hat die Hansestadt eine der modernsten Einrichtungen dieser Art Europas. Mehr als 3000 Studenten arbeiten im Gesundheitspark, in dem 14 Zentren und 80 Kliniken beherbergt sind. Noch vor zehn Jahren war die Uni im Qualitätsranking weit abgeschlagen. "Wir haben uns vor gut einer Dekade neu erfunden. Schlüssel waren einerseits die Anpassung der baulichen Infrastruktur und die starke Vernetzung von Patientenversorgung, Forschung und Ausbildung", sagt Klinikchef Burkhard Göke.

20 Millionen Euro Spenden
Mittlerweile sei man eine der profitabelsten Kliniken in Deutschland: Von 50 Millionen Euro minus 2002 drehte das Betriebsergebnis auf heute 15 Millionen plus – auch weil man private Gönner gewinnen konnte. 90 Millionen Euro wurden bisher investiert, 20 Millionen wurden aus Spenden lukriert. Derzeit wird an einem neuen Herzzentrum gebaut, international ist das UKE vor allem für sein Prostatakrebs-Zentrum bekannt. "Wir können uns vieles für unser Kepler-Klinikum abschauen. Mit den richtigen Spezialisierungen bietet es eine ungeheure Chance für die Profilierung des Landes. Man muss nicht alles machen, aber das was man macht, soll man besser als alle anderen machen", sagt Landeshauptmann Josef Pühringer. Am Campus finden sich auch Rehakliniken, die ermöglichen, dass Patienten schneller das Krankenbett verlassen können. "Vorbildhaft ist auch die völlige Digitalisierung des Betriebes. Ein papierloses Krankenhaus wird auch bei uns kommen", so Heinz Brock, medzinischer Leiter des Kepler Klinikums. Spitäler in Deutschland werden fast vollständig über Leistungspauschalen von Versicherungen und nicht wie in Österreich durch niedrigere Pauschalen und Abgangsdeckung durch die Länder finanziert. Ein System, das sich auch Pühringer vorstellen kann. Der Druck auf die Spitäler würde steigen, aber Gewinne ermöglichen.
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