05.04.2016, 00:00 Uhr

Ärzte, redet miteinander

Medikamente-OpferMargot Mikula regt einen Austausch unter den Ärzten an.

Margot Mikula (58) bekam einen bunten Medikamente-Cocktail. Jetzt kämpft sie mit den Nebenwirkungen.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Die Edlacherin Margot Mikula leidet seit 20 Jahren an der Schilddrüsenerkranung Hashimoto. "Das äußerst sich in Panikattacken, Angstzuständen und Schlafstörungen", erklärt Mikula, die weiß: "Dass Menschen mit diesen Zuständen leider oft als Hypochonder abgestempelt werden."
Um diese Nebenwirkungen in Griff zu bekommen, begab sich die Edlacherin freiwillig zur Behandlung in die Psychiatrie in Neunkirchen. Mikula gibt an, dass ihr die Entspannungsübungen und der Aufenthalt gut taten. Ihr wurden auch verschiedene Medikamente verschrieben. So auch Trittico und Seroxat. "Ich habe mich anfangs geweigert. Als es hieß, dann muss ich gehen, habe ich sie genommen. Dann ging es mir zwei Tage mies und ich setzte die Medizin heimlich ab", so die 58-Jährige.
Wieder aus der Psychiatrie entlassen suchte Mikula ihren Nuklearmediziner auf. Mikula: "Der meinte aber, er kann mich nicht einstellen, solange ich diese Medikamente nehme."

Kein Suchtpotential

Die Edlacherin holte bei verschiedenen Fachärzten unabhängig voneinander Erkundigungen über die ihr verschriebenen Präparate ein. Vor allem ging es um Sertralin. Tenor: problemlos absetzbar. Das sah der Körper der 58-Jährigen aber anders. Zum Zeitpunkt des Bezirksblätter-Interviews erklärte Mikula: "Ich leide an Schwindel, Konzentrationsstörungen, Schmerzen und Krämpfen." Mikula kritisiert in diesem Zusammenhang, dass die Mediziner sich untereinander nicht austauschen. In einem Online-Forum verglich ein Betroffener die Medikamente mit einem heftigen Drogenentzug gleich. "Und nun muss ich nicht nur mit diesen Nebenwirkungen allein fertig werden, sondern muss mit meiner Schilddrüsen-Einstellung bei Null anfangen. Das heißt ich leide zur Zeit an einer Unterfunktion der Schilddrüse.

"Bewährtes Medikament"

Im Landesklinikum Neunkirchen heißt es auf Bezirksblätter-Anfrage: "Die Substanz Sertralin ist ein gebräuchliches und bewährtes Medikament aus der Substanzgruppe der selektiven Serotonin-Reuptake-Inhibitoren, welches unter anderem in der Depressionsbehandlung eingesetzt wird und kein Suchtpotential besitzt. Ob das Absetzen in einem Schritt oder gestuft erfolgen soll, ist von Fall zu Fall individuell zu beurteilen.
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