17.10.2016, 00:00 Uhr

Vernachlässigt? Reichenauerin sorgt sich um Kleinkind

Alexandra Grabner-Fritz, BH Neunkirchen.

Baby wurde angebrüllt und angeblich geschüttelt. Jugendamt ist eingeschaltet, Polizei weiß Bescheid.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Das Wohl eines Kleinkindes beschäftigt eine Reichenauerin. Wie die Frau den Bezirksblättern mitteilte, sei das Kind angeschrien worden. "Das Baby wurde auch stark geschüttelt. Ich war Augenzeuge", so die Reichnauerin: "Damals war das Kind kaum sechs Wochen alt."

"Anrufe beim Amt sinnlos"

Freundliche Angebote, der alleinstehenden Mutter zu helfen, seien teils schimpfend ausgeschlagen worden. Für die Reichenauerin ein klarer Fall für das Jugendamt.
Aber: "Anrufe beim Jugendamt sind leider völlig sinnlos da hier eine "Betreuung" stattfindet und empfohlen wird die Polizei einzuschalten", so die Reichenauerin frustriert.

"Manchmal überfordert"

Außerdem sehe das Jugendamt ohnehin bei der Familie nach dem Rechten. Das geht auch aus einem Schreiben der Bezirkshauptmannschaft auf Bezirksblätter-Anfrage hervor: "Die BH Neunkirchen betreut im Rahmen ihrer Tätigkeit immer wieder junge Mütter, die mit der Betreuung eines Säuglings/Kleinkindes gefordert, manchmal auch überfordert sind. So auch im angesprochenen Fall", so Bezirkshauptmann Alexandra Grabner-Fritz.

Der Mama eine Chance geben

Das oberste Ziel sei die der Schutz des Kindes. Man wolle als Jugendamt einer jungen Frau aber auch die Chance geben, dem Kind eine gute Mutter zu sein. Grabner-Fritz: "Wenn sich zeigt, dass eine Mutter nicht dazu in der Lage ist Unterstützungsangebote zu nutzen, sodass trotz aller Bemühungen eine Gefährdung des Kindeswohls in ihrer Obhut gegeben ist, ist es gesetzlicher Auftrag, die Betreuung des Kindes außerhalb der Familie sicherzustellen."

Jetzt in Obhut der Pflegeeltern

Dies dürfte im aktuellen Fall eingetreten sein. Wie die Bezirksblätter erfahren haben, ist das Kind mittlerweile bei einer Pflegefamilie im Bezirk untergebracht.

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