04.06.2016, 09:24 Uhr

"Tägliche Sport- und Bewegungseinheit in Schulen“ startet als Pilotprojekt im Burgenland

Das Burgenland wird zum Pilotland für die neue Initiative, bei der u.a. auch die Young Gunners eine Rolle spielen. (Foto: Landesmedienservice)

Das Burgenland wird als Modellregion für die neue Initiative für mehr Bewegung herangezogen.

BGLD. „Die tägliche Bewegungs- und Sporteinheit ist eine wesentliche Forderung, die in der Bevölkerung von einer hohen Akzeptanz getragen wird. Wissenschaftliche Erkenntnisse lassen keinen Zweifel daran, dass in Österreich etwas getan werden muss, um den Gesundheitsstatus der Bevölkerung zu verbessern. Ziel ist es, die tägliche Bewegungs- und Sporteinheit möglichst flächendeckend in Kooperation mit den Dachverbänden zu organisieren und umzusetzen, damit eine weitere bundesweite Implementierung ermöglicht wird. Seitens des Sportministeriums wird bereits jetzt geplant, den anderen Bundesländern dieselbe finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen, wie der Modellregion Burgenland“, so Sportminister Hans Peter Doskozil und Sportreferent LH Hans Niessl unisono.
Die seit vielen Jahren geforderte tägliche Turnstunde in Schulen und Kindergärten steht vor der Umsetzung. Damit wird nicht nur den Empfehlungen der EU-Kommission und der WHO-Richtlinien Rechnung getragen, sondern darauf abgezielt, den Kindern und Jugendlichen im schulischen Bereich oder im Vorschulalter eine ausreichende körperliche Betätigung zu ermöglichen, denn gerade in diesem Alter sind Bewegung und körperliche Aktivitäten sehr wichtige Faktoren für eine gesunde Entwicklung. Statistiken und Erfahrungen beweisen jedoch eine Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung. Mit dem gegenständlichen Projekt soll nicht nur das Bewusstsein erhöht, sondern auch die Anreize zur Bewegung attraktiviert werden.

Umsetzung in allen Schulen

Ziel dieses Projekts ist es, die tägliche Turnstunde in allen Schulen Österreichs umzusetzen. In einem Pilotprojekt wird es mit Beginn des nächsten Schuljahres in den Volks- und Neuen Mittelschulen im Burgenland auf schulautonomer Basis mindestens eine tägliche Sport- und Bewegungseinheit geben.
Von der Schulaufsicht wird die regelmäßige Bewegung an der Schule sichergestellt und auch geprüft, wodurch ein Entfall der Bewegungs- und Sporteinheit nur im äußersten Notfall mit entsprechender Begründung möglich ist. Um lokale Infrastrukturmängel auszugleichen, werden alle anderen Bewegungsmöglichkeiten außerhalb der Turnsäle, wie Natur, Spiel- und Sportplätze, Bäder, Eislaufplätze usw. einbezogen.

"Schooltastic" bis Basketball

Bewegungseinheiten werden in einzelnen Unterrichtsfächern koordiniert und geplant implementiert – beispielsweise Tanzen im Musikunterricht oder ein Lehrausgang im Biologieunterricht.
Auf Wunsch wird den Schulen mit „Schooltastic“ ein spannendes Tool zur Verfügung gestellt, das zu je einem Drittel von BMLVS, Land und Gemeinde finanziert wird. „Schooltastic“ ist ein Spiel, bei dem in Kombination mit einem Tablet entweder Wissensfragen zu beantworten oder bestimmte Bewegungsaufgaben auszuführen sind. Lehrkräfte können individuelle Lernzielkontrollen in allen Fächern mit Bewegung und Sport in Einklang bringen.
Jeder Schülerin oder jedem Schüler wird für das eigene Handy auch eine Bewegungs-App zur Verfügung gestellt, die von einem renommierten Sportwissenschaftler erstellt werden soll und im Wesentlichen die Faktoren Feststellung der körperlichen Leistungsfähigkeit, Erstellen eines individuellen Trainingsplanes, Hohe motivationale Komponente sowie Bewegungsmonitoring zu erfüllen hat.
Über diese Bewegungs-App sammeln die Schüler und Schülerinnen für geleistete sportliche Betätigung Punkte und nehmen an einem landesweiten Wettbewerb teil, bei dem jene mit den meisten Bewegungspunkten ausgezeichnet werden.

Bewegungscoaches

Die tägliche Sport- und Bewegungseinheit wird von Lehrerinnen und Lehrern oder sogenannten Bewegungscoaches geleitet. Die Ausbildung zum Bewegungscoach können geprüfte Trainer und Trainerinnen oder Instruktoren und Instruktorinnen an den Pädagogischen Hochschulen absolvieren.
Damit sind sie ermächtigt, in Schulen Bewegungs- und Sporteinheiten zu leiten. Im Vollausbau würde das bedeuten, dass 30 Bewegungscoaches bei den Landesdachverbänden ASKÖ, ASVÖ und UNION für 40 Stunden angestellt werden könnten. Von den 40 Stunden werden 35 den Schulen zur Verfügung stehen und 5 Stunden den jeweiligen Vereinen bzw. Verbänden.
Diese 5 Stunden sind gezielt für Talentscouting einzusetzen, um Schüler und Schülerinnen in bestehende Vereinsstrukturen entsprechend einzubinden. Finanziert wird die „Tägliche Sport- und Bewegungseinheit“ aus den Mitteln bestehender und laufender Projekte, wie „Kinder gesund bewegen“.
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