02.06.2016, 15:20 Uhr

Milchpreis auf Talfahrt

Bezirksbauernobmann Martin Mayerl, Bezirksbäuerin Michaela Pitterl, Bezirkskammerobmann Konrad Kreuzer mit Bauern aus dem Bezirk bei der Verteilaktion.

Die kritische Situation am Milchmarkt macht auch vielen Osttiroler Bauern zu schaffen.

BEZIRK. Anlässlich des Weltmilchtages und des niedrigen Bauernmilchpreises verteilten Osttiroler Landwirte und Bauernvertreter am 1. Juni beim Interspar-Markt in Nußdorf-Debant gratis Milch um für heimische Produkte zu werben.

Fast 3 Mio. weniger Einkommen

Der Milchpreis liegt in Tirol bei derzeit 27 Cent. Diese Preissituation ist für Bauernfamilien existenzbedrohend, weil die Einnahmen oft nicht mehr die Kosten decken.
Im letzten Jahr fiel der Preis für den Liter Milch um fast 15 Cent. In Osttirol werden von 500 Milchbauern jährlich 22 Millionen Liter Milch produziert. Für diese Bauern bedeutet der Preisverfall einen Einkommensverlust von fast drei Millionen Euro.
Milchsorten wie Gras-, Heu- oder Biomilch bringen den Produzenten zwar einige Cent mehr als konventionelle Milch, die Mehreinnahmen stehen jedoch auch wieder einem Mehraufwand gegenüber.

Zu viel Angebot

Die Ursache für die kritische Entwicklung des Milchpreises liegt für Bezirksbauernobmann Martin Mayerl zum einen darin, dass zu viel Milch am Markt ist und dass der Absatz in Osteuropa eingebrochen ist. „Wenn wir jetzt nicht an einem Strang ziehen und zusammenhelfen droht uns ein massives Bauernsterben.“ Man könne die regionale Lebensmittelversorgung nur dann sichern, wenn alle mithelfen. Gemeint sind damit sowohl Bauern als auch Konsumenten, Handel und Verarbeiter und Tourismus.

In die selbe Kerbe schlägt auch Bezirksbäuerin Michaela Pitterl. „Wir sind Botschafter für unsere Prokukte und es ist und bleibt unsere Aufgabe den Konsumenten bewusst zu machen, dass sie mit jedem Einkauf ein Voting für oder gegen die heimische Landwirtschaft abgeben.“

Mengensteuerung

Für Bezirkskammerobmann Konrad Kreuzer braucht es aufgrund der kritischen Marktsituation tiefergehende Strategien. "Auch wenn das momentan nicht gerne gehört wird, aber aus meiner Sicht führt kein Weg an einer Mengensteuerung vorbei."

Unterschriftenaktion

Die LK-Tirol, der Tiroler Bauernbund, die Bäuerinnenorganisation und die Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend wollen mit einer Unterschriftenaktion auf das ernste Anliegen aufmerksam machen und die Bevölkerung zur aktiven Unterstützung einladen. Die gesammelten Unterschriften werden dann an den Bundespräsidenten übergeben, um das Anliegen der Tiroler Bauernfamilien und der regionalen Lebensmittelerzeugung zu einem Anliegen für ganz Österreich zu machen.
Ab sofort kann jeder unter www.tirolerbauern.at online unterschreiben.
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