07.04.2016, 14:37 Uhr

"Kapazunder" der Seilbahnwirtschaft trafen sich

Franz Dengg (li) und Bgm. Martin Hohenegg beim Seilbahntag in Ehrwald.

Tiroler Seilbahntag fand am Fuße der Zugspitze statt

EHRWALD (rei). Aus ganz Tirol und Südtirol kamen die Teilnehmer am zehnten Gesamttiroler Seilbahntag nach Ehrwald. Im Zugspitzsaal wurde dargelegt, was der Seilbahnwirtschaft am Herzen liegt.
Ehrwald wurde heuer ganz bewusst als Veranstaltungsort gewählt. Die Tiroler Zugspitzbahn feiert heuer ihr 90-jähriges Bestehen. Sie gilt damit als älteste Seilbahn in ganz Tirol. Hier hat die Seilbahnwirtschaft so zusagen ihre Wiege.

Nicht unzufrieden

Die Seilbahner bzw. deren Vertreter zeigten sich mit der aktuellen Situation nicht unzufrieden, aber es gebe noch vieles zu tun. Und zwar nicht allein von Seiten der Seilbahner, sondern gerade auch seitens der Politik.

Stirbt frau Holle aus?
Mit Zahlen, welche Liftbetreiber garantiert gerne hören, wartete Günther Aigner auf. Er durchleuchtete, wie sich die Winter in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Er stellte fest, dass die Winter insgesamt sogar kälter geworden sind - trotz der globalen Klimaerwärmung. Doch die mache sich vornehmlich in den Sommermonaten bemerkbar. Der letzte "Gletschervorstoß" auf der Zugspitze resultiere allerdings aus den Jahren 1976 bist 1979. Die Antwort auf die Frage "Stirbt Frau Holle aus?", konnte Aigner aufgrund des vorliegenden Datenmaterials aber nicht beantworten.

Lawinenexperte Rudi Mair erkennt aber ver-rückte Winter, wobei verrückt für verschoben steht. Die Winter starten später und in niedrigen Lagen kommt oft Regen statt Schnee. Ein gutes "Schneemanagement" sei daher wichtig, gab er den Seilbahnern mit auf den Weg. Ohne Beschneiungsanlagen und Schneedepots gehe es künftig wohl nicht mehr, denn "der Klimawandel findet statt."

Wünsche an die Politik

Von der wünscht man sich, dass sie mit ganzer Kraft hinter den Bemühungen der vielen Liftgesellschaften steht. Fachgruppen-Obmann Franz Hörl verwies auf eine schwierige Wintersaison, die nun endgültig zu Ende geht: "Der Beginn war schrecklich, das Ende gut. Dazwischen lag sehr viel Arbeit", verwies Hörl auf die schwierigen Schneebedingungen im Winter 2015/16.
Wenig Verständnis zeigte er für alle "Schwarzmaler", was die Zukunft der Seilbahnen anlangt. Allen Unkenrufen zum Trotz merke man nicht, dass die Skifahrer ausbleiben, das Gegenteil sei sogar der Fall. In der Seilbahnwirtschaft sieht Hörl eine der treibenden Kräfte im Land. Diese gelte es zu unterstützen.

Dank an Familie Dengg

Das sieht auch der Ehrwalder Bürgermeister Martin Hohenegg so. Er freute sich, dass soviele "Kapazunder" der Seilbahnwirtschaft nach Ehrwald kamen und verwies auf die Bedeutung der Zugspitzbahn für seine Gemeinde. Den Seilbahnern zollte er allgemein Respekt: "Wenn überall so gehandelt würde, wie bei euch, würden wir rascher vorwärtskommen", ist Hohenegg überzeugt. Einen speziellen Dank richtete er an die Familie Dengg: "Gott sei Dank, dass die Familie Dengg 1989 ihre Füße in unsere Region gesetzt hat. Die Familie Dengg ist Sinnbild des Fortschritts!"

Hürden überwinden

LHStv. Josef Geisler hielt sich kurz. Er erachtet es für wichtig, dass man "Weltuntergangspredigern", welche die Seilbahnwirtschaft niedergehen sehen, etwas entgegensetzt. "Es gibt beste Voraussetzungen, dass sich die Seilbahnwirtschaft weiter entwickelt. Aber es gilt auch viele Hürden zu nehmen."
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