16.03.2016, 14:00 Uhr

Bäume als Naturdenkmal: Fest verwurzelt seit 400 Jahren

Die Kaiserlinde in Weilbach wurde 1898 anlässlich des 50-jährigen Kaiserjubiläums von Franz Joseph I. gepflanzt. (Foto: Gemeinde)

Bäume zählen zu den wichtigsten Naturdenkmälern und erzählen oft eine spannende Geschichte.

BEZIRK. Alte Bäume üben schon seit jeher eine gewissen Faszination auf uns Menschen aus. In vielen Kulturkreisen spricht man ihnen sogar eine große Heilkraft zu. Daher ist es nicht verwunderlich, dass alte oder besondere Bäume geschützt werden. Im Bezirk Ried stehen 21 Bäume oder Baumgruppen unter Denkmalschutz. Eines dieser Denkmäler befindet sich in Weilbach: Anlässlich des 50-jährigen Kaiserjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. wurde auf der Geinberger Bezirksstraße 1898 die sogenannte "Kaiser-Linde" gepflanzt. Seither erfreuen sich viele Wanderer und Radfahrer ihres Schattens. Direkt am Fuße der Kaiserlinde lädt eine Bank zum Verweilen ein, von der aus ein Blick über weite Teile des Gemeindegebiets sowie in Richtung Innauen und Geinberg genossen werden kann. Der mittlerweile 118 Jahre alte Baum weist heute einen Baumumfang von rund neun Metern und eine Höhe von rund 15 Metern auf. Einige Jahre mehr in der Krone hat bereits eine Linde in Weiketsedt, Schildorn: Ihr Alter wird auf über 250 Jahre geschätzt. Das Besondere: Der Stamm teilt sich in rund sechs Metern Höhe in drei Hauptäste, die eine symmetrische Krone bilden. Auf rund 300 Jahre wird das Alter der Schlosslinde in Hub bei Mettmach geschätzt. Als sie in den 80er-Jahren unter Naturschutz gestellt wurde, wies sie einen Stammumfang von knapp vier Metern, einen Kronendurchmesser von rund 16 Metern und eine Höhe von etwa 27 Metern auf.

Alte Linde in Kromberg: Mehr als 400 Jahre alt

Seit 2003 steht die Alte Linde in Kromberg, Gemeinde Lambrechten, unter Naturschutz. Das Alter des rund 20 Meter hohen Baumes wird auf über 400 Jahre geschätzt. Der Stamm weist einen Umfang von rund fünfeinhalb Metern auf, der Durchmesser der Krone beträgt 16 Meter. Die Besitzer Alois und Marianne Koblstätter sind stolz auf "ihre Linde", sie steht unmittelbar vor deren Hof am Hausweiher. "Sie ist nicht nur etwas Besonderes, weil sie unter Naturschutz steht, sondern auch, weil sie sehr schön ist. Trotz ihres hohen Alters ist sie in einem sehr guten Zustand und prägt die Landschaft auf eindrucksvolle Weise", berichtet Marianne Koblstätter. "Sie wurde auch wegen ihres besonders knorrigen Stammes unter Schutz gestellt. Dieser ist für einen Laubbaum eher untypisch", weiß die Besitzerin. Das Paar hegt und pflegt den Bereich um die Linde, hat dort einen schmucken alten Troadkasten aufgestellt. Auch Spaziergänger und Wanderer sind eingeladen, unter den altehrwürdigen Ästen der Linde ein bisschen zu Verweilen – direkt neben dem Baum führt der "Ganslweg" vorbei. Schon öfter wurde der Platz auch von Seiten der Gemeinde für Veranstaltungen genutzt, etwa für Kaffee- und Kuchenpausen bei Wanderungen.

ZUR SACHE
Diese 21 Bäume und Baumgruppen stehen im Bezirk Ried unter Naturschutz:

• Eberschwang: Linde und Rosskastanie (nähe Hofmark), zwei Linden und Rosskastanie (bei St. Peter-Kapelle), Stieleiche (in Mitterbreitsach), drei Linden (an der Nordseite des Friedhofs), Rotbuche (in Vocking)
• Eitzing: Zypresse (Zederbaum in Weierfing)
• Geinberg: vier Stieleichen (auf dem Kirchenhügel), zwei Pappeln und eine Linde (bei der Danner-Kapelle)
• Kirchheim: Linde (bei Haus Kirchheim Nr. 10)
• Lambrechten: Linde (bei Anwesen Kromberg Nr. 1)
• Mettmach: Schlosslinde (östlich von Schloss Hub), Bergulme mit Efeu (bei Haus Mettmach Nr. 124), zwei Eiben (nördlich von Großweiffendorf)
• Ried: drei Linden (vor der Kapuzinerklosterkirche), Rotbuche und zwei Platanen (vor dem Gericht)
• Schildorn: Linde (Auerding, früher Weiketsedt)
• St. Martin: Eiche (Kapelle am Güterweg Moosböck)
• Taiskirchen: vier Linden (bei der Wimmerkapelle)
• Weilbach: Kaiser-Linde (Geinberger Bezirksstrasse)
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