25.07.2016, 20:00 Uhr

Alkoholisierte Unruhestifter gefährden Gmundner Bevölkerung

Neben den Bänken, wo sich besagte, alkoholisierte Personen aufhalten, spielen auch Kinder.

Gmundens Bevölkerung und Geschäftstreibende bitten schon seit Langem um Hilfe bei den aggressiven Alkoholikern auf der Esplanade. Die Stadtpolitik greift nun zum Kärcher und führt alle halben Stunden eine Reinigung der Bänke durch. "So ungemütlich wie möglich" solle es den Betroffenen gemacht werden.

GMUNDEN. Die Situation auf der Gmundner Esplanade ist nichts Neues: Menschen mit eindeutigem Alkoholproblem lungern herum und beflegeln dabei auch Passanten. Die Kerngruppe besagter Alkoholiker besteht aus zehn Personen – diese werden jedoch zunehmend aggressiver. "Wir versuchen schon seit Monaten, dieser Sache Herr zu werden", erzählt Bürgermeister Stefan Krapf. "Die Gmundner fühlen sich zunehmend unwohl und machen einen großen Bogen um besagten Sitzbereich bei der Esplanade." Von der rechtlichen Seite her sieht es so aus, dass den Unruhestiftern der generelle Aufenthalt nicht verboten werden kann. "Nur wenn sie sich etwas zu Schulden kommen lassen, darf die Polizei sie abführen" so Krapf weiter, "aber dann kommen sie halt am nächsten Tag wieder." Das Ausleeren der Getränke – dies ist aufgrund des Alkoholverbotes in der Innenstadt gesetzlich möglich – führe nur zu noch mehr Aggressivität.

Lösungsversuche blieben erfolglos

Gemeinsam mit einem Experten war man bemüht, die Situation zu entschärfen. Was zuerst sehr vielversprechend ausgesehen hatte, verlief jedoch im Sand. "Es gab sogar eine Vereinbarung mit der evangelischen Kirche, dass sich die besagten Personen in deren Garten aufhalten dürfen", schildert Vizebürgermeisterin Beate Margarete Enzmann, "aber auch das wurde von den Betroffenen abgelehnt."

Kärcherreinigung als letzter Ausweg

Die Geschäftstreibenden beschweren sich zusehens und die Störenfriede geraten immer mehr außer Kontrolle. "Kürzlich wurde sogar eine Plastikflasche in einen Kinderwagen geworfen", so Enzmann. Generell würden sich in diesem Bereich viele Kinder aufhalten, weil sich direkt neben den Bänken auch ein Spielplatz befindet.
"Daher müssen wir jetzt die Notbremse ziehen", erklärt Krapf und kündigt an, dass künftig alle halben Stunden die Bediensteten der Stadtgemeinde eine Reinigung der Bänke mittels Kärcher durchführen werden. "Ähnliche Maßnahmen werden auch in Großstätten wie New York oder Berlin durchgeführt und sind dort sehr erfolgreich", so der Bürgermeister. Bereits am Mittwoch soll die Reinigungsaktion starten.
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