22.04.2016, 09:21 Uhr

Ausstellung "ZWISCHEN KOMMEN UND GEHEN"

"Die Linie im Raum bewegt sich, wird zum Band, kommt und geht immer wieder neu," so Inge Muhr.

Biografie
1961 in Gmunden am Traunsee geboren, lebt und arbeitet in Ohlsdorf
1979-1981 HTL Kolleg für Möbelbau und Innenausbau
1981-2011 Einrichtungsplanung und Möbeldesign
2012-2014 Studium „Freie Malerei“ bei Prof. Jo Bukowski
2016 Meisterklasse „Schöpfung gestalten“ bei Prof. Jo Bukowski

"Aus meiner Liebe zur Zeichnung kam der Wunsch mich intensiver mit der Linie und ihrer Bewegung im Raum zu beschäftigen. Aus plastischen Arbeiten mit Draht entwickelte sich diese in meinen Holzdrucken zum Band, das kommt und geht, immer wieder neu. Das Spiel mit diesen „Modulen“ gibt mir wieder neue Impulse für weitere Arbeiten. Monotypie und Radierung sind weitere druckgraphische Techniken, die ich gerne einsetze", so Inge Muhr. Die Ohlsdorferin wurde am 8. April 2016 als neues Mitglied in das Kunstforum Salzkammergut aufgenommen.

Die wahre Kunst liegt im Lauschen

"Viele künstlerische Ausdrucksformen, die mit Intention, Leidenschaft und Zielstrebigkeit vorangetrieben werden, schaffen die Möglichkeit eigenwillige Visionen zu entfalten. Wenn man die Arbeiten von Inge Muhr anschaut, so sind sie geprägt von einem Denken der linearen Struktur, einer Denkvision, die in ihrer Präsenz etwas ganz Persönliches trägt. Als ich sie traf, erlebte ich sie als eine Künstlerin, deren große Stärke darin liegt, geradlinig auf das zuzugehen, was ihr gedanklich in den Sinn kommt, und somit aus einer bestimmten Logik heraus den persönlichen Weg anzutreten. Ihr größter Wunsch war, ihre eigene künstlerische Entwicklung voranzutreiben, um zu sehen, was geschieht. Ihre größte Herausforderung lag darin, im Prozess Dinge wahrzunehmen, die ihr Denken emotional bereichern.

Inge Muhrs Faszination gilt der Linie, einem ganz speziellen Phänomen, das bereits viele Künstler begeistert hat und immer noch begeistert. Farbe und Formen sind elementare Bestandteile von Wirklichkeit. Die Linie aber ist etwas, das der Geist selbst schöpft und dem eine eigene Wirklichkeit anhaftet. Die Wandlungsfähigkeit, die nötig ist, wenn man sich der Herausforderung der Linie künstlerisch stellt, liegt darin, sie so glaubwürdig zu verinnerlichen, dass sie so wirklichkeitsnah wird wie Farbe und Form. Das gelingt nur, wenn man die Linie innerlich durchdringt und etwas findet, das der eigenen Wirklichkeit entspricht. Die Bilderfindungen von Inge Muhr unterliegen einem Wandel dahingehend, dass sie sich von der Linie zu einer bestimmten Art von Schwingung im Raum bewegen, zu einem Band oder Bändern, die sofort eine neue Bildsprache eröffnen und den Betrachter einladen, rhythmische Wirklichkeiten zu sehen. Es ist interessant, dass der physische Widerstand bei Inge Muhr eine große Rolle spielt, der Holzschnitt, die Plastik oder die Collage. Er trägt dazu bei, in vielschichtiger Weise ihre Arbeit zu befragen. Und so zeigt sich: Die Linie kann alleine nicht sein, sie braucht immer einen Resonanzkörper des Raumes oder der Fläche. Die weiße Fläche ist der Träger der schwarzen Linie. Das Band in der Plastik ist wie der Körper, der sich im Rhythmus und Zwischenräumen bewegt.

Inge Muhr zeigt durch ihre künstlerische Arbeit, dass man auch lineare Gedanken so emotional mit Leben füllen kann, dass dann nicht nur etwas Neues entsteht, sondern etwas ganz Eigenes. Was gibt es Schöneres als zu sehen, wie ein Gedanke körperlich wird und diese Wandlung sinnlich vollzieht?", so Professor Jo Bukowski, Bad Reichenhall
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