20.04.2016, 07:00 Uhr

Die Liebe zum Vogel wurde zur Berufung

Wollen Aufklären über den Mythos Greifvogel: Eva Peitler mit Claus Lassnig und seinem Steinadler Weibchen Diana

Schon in seiner Jugend interessierte sich Claus Lassnig für alle Art von Tieren, insbesondere aber entdeckte er seine Liebe zu Vögeln.

UNTERTWENG/FELD AM SEE. (hok) Seit vier Jahren ist Lassnig auch im Besitz einer eigens aufgebauten Falknerei in Feld am See. Dort trainiert er seine Vögel und bietet sowohl Projekttage für Kindergärten und Schulen an, als auch Vorbereitungskurse für die Beizjagdprüfung.

Faszination Greifvogel
Lassing versucht mit seiner Falknerei und seinen Kursen Aufklärungsarbeit zu leisten. "Leider gibt es noch immer den Mythos über die Bestie Greifvogel. Mit meiner Arbeit will ich den Menschen zeigen, dass der Adler sowie andere Greifvögel keinesfalls Biester sind", erklärt Lassnig. Für ihn war diese Art von Vögel immer schon faszinierend. "Der stolze Blick, ihre elegante Haltung und die starken Krallen, das alles ist einfach beeindruckend!", schwärmt Lassnig über seine Lieblinge. Insbesondere die Unnahbarkeit dieser Tiere reizt den Falkner. "Greifvögel wie diese kann man nicht dressieren, höchstens lenken. Der einzige Unterscheid zu den wilden Greifvögeln ist, dass diese Vögel keinerlei Probleme mit Menschen haben, da sie von klein auf trainiert werden", so Lassnig. Trotz ihrer eigentlich wilden Natur entwickeln solche Vögel eine enorme Bindung zu ihrem Trainer.

"Jeder kleine Schritt ist ein großer Erfolg"
Bekannt wurde Lassnig auch durch den Film "Wie Brüder im Wind", den er gemeinsam mit Otmar Penker und Franz Schüttelkopf drehte. "Es stecken vier Jahre Arbeit in diesem Film. Durch den intensiven Kontakt mit den Tieren habe ich schnell dazu gelernt. Eigentlich bräuchte man knapp 30 Jahre, um das zu erlernen, was ich in fünf Jahren geschafft habe", so der stolze Vogelhalter. "Für einen Falkner ist jeder kleine Schritt, den man beim Training weiterkommt, ein riesen Erfolg!" Besonders stolz war Lassnig als er mit seinem Steinadler Weibchen Diana das erste Mal bei der Jagd einen Hasen fasste. "Eigentlich ist es für ein junges Weibchen irrsinnig schwer einen flinken Hasen zu fangen, aber sie schaffte es und das bereitete uns beiden große Freude", schwelgt der Vogel-Freund in Erinnerung.

Falknerei als Familienbetrieb
Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Eva Peitler betreibt Lassnig seine Falknerei und bietet auch Vorbereitungskurse für die Beizjagdprüfung an. "Lange bevor ich selbst die Prüfung abgelegt habe, habe ich bereits Anderen bei der Vorbereitung zur Jagdprüfung geholfen", so Lassnig. "In den Jagdkursen wird leider nur lückenhaft über Vögel gelehrt. Deshalb wollte ich selbst den Jägern und Jagdanwärtern mehr über Greifvögel beibringen, um ihnen zu zeigen, dass der Adler keinesfalls als ihr Konkurrent anzusehen ist. In der Natur herrscht immer Chancengleichheit. Ein Greifvogel hat nie die Möglichkeit seine Beute so schnell und so effektiv zu erlegen, wie ein Jäger mit seinem Gewehr", so will Lassnig aufklären. Genauso wie die Jäger müssen sich auch die Beizjäger an die gewissen Schusszeiten halten.

Falknerei im Trend
Durch seine Kurse erkennt Lassnig auch einen Aufwärtstrend der Falknerei. "Es ist eine große Verantwortung einen Greifvogel zu halten, trotzdem interessieren sich immer mehr dafür einen Kurs bei mir zu besuchen oder die Beizjagdprüfung anzutreten", so der Untertwenger. Um einen Greifvogel ausschließlich zu halten, reicht die Beizjagdprüfung aus. "Will man mit dem Vogel auf Jagd gehen, ist eine Jagdprüfung erforderlich", erklärt Lassnig. Obwohl die Falknerei ein zeitaufwendiges und teures Hobby ist, möchte Lassnig auf keinen Fall eine Sekunde, die er mit seinen Vögeln verbracht hat, missen. "Ich habe zwar Verletzungen erlitten, aber für mich sind das keine Rückschläge." Auf die Frage, ob er sich Urlaub erlauben kann, schmunzelt der Vogel-Liebhaber nur: "Urlaub? Kenn ich nicht! Wenn ich länger als drei Tage von meinen Vögeln weg bin, bekomme ich ein ungutes Gefühl. Am Liebsten kümmere ich mich selbst um meine Tiere. Die Arbeit in der Falknerei ist mein Ausgleich, mein Ruhepol. Da brauche ich keinen Urlaub!"

Anmeldung zum nächsten Kurs
Der nächste Kurs findet vom 21. bis zum 25. September 2016 statt. Wenn Sie Interesse haben, informieren Sie sich auf der Homepage www.falknerkurse.at oder melden sich unter 0699/18887010.
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