15.03.2016, 12:18 Uhr

"Wild soll Wild bleiben"

Cousins zweiten Grades: Georg Scheiflinger und Gerald Laggner

Verein "Wald ohne Wildschaden" strebt Änderung des Jagdgesetzes an

SACHSENBURG. Der Verein "Wald ohne Wildschaden" strebt eine Änderung des bestehenden Jagdgesetzes an. Im Rahmen der jährlichen Vollversammlung der zirka 120 Mitglieder zählenden Vertretung der Kärntner Waldbesitzer im Gasthaus "Auszeit" präsentierte Obmann Gerald Laggner ein umfangreiches Gutachten des oberösterreichischen Forstwissenschaftlers Martin Forstner. Dem Treffen wohnten rund 35 Mitglieder aus den Bezirken Spittal, Feldkirchen, St. Veit und Wolfsberg bei, unter ihnen Obmann-Stellvertreter Günther Tragatschnig, Leiter des Fortsbetriebes Kärnten-Lungau, und Georg Scheiflinger, Obmann der Agrargemeinschaft Göriach. Eine Diskussion mit Günther Kuneth und Werner Mattersdorfer von der Landwirtschaftskammer schloss sich an.

"Eigentumsrechte stärken"

Tenor des vom Verein in Auftrag gegebenen Gutachtens ist: Die Eigentumsrechte der Waldbauern müssen gestärkt werden. "Es kann nicht sein, dass das Jagdrecht in den Händen der Bürgermeister bleibt", betont Laggner aus Kremsbrücke. In diesem Zusammengang stehe auch die Wildfütterung zur Disposition: "Wild soll Wild bleiben", unterstreicht der Obmann des vor fünf Jahren ins Leben gerufenen Vereins, der sich über eine zu geringe Unterstützung seitens der Jägerschaft und der Landwirtschaftskammer beklagt.

Statt Gebot: Fütterungsverbot

"Mit dem jetzigen starken Keimlingsverbiss ist keine natürliche Waldgesellschaft möglich", so Laggner weiter. Anstelle des bestehenden Fütterungs-Gebotes müsse ein Fütterungs-Verbot treten, allerdings mit Ausnahmen in Notzeiten. Das bedeute, in Vegetationszeiten seien Fütterungen tabu. Um den Wildbestand dem tatsächlichen Lebensraum anzupassen, müsse eine zusätzliche Fütterung großräumig erfolgen - nicht klein-klein individuell.

Laggner, der den Gasthof "Zechner Alm" in 1.920 Meter führt, räumt ein, dass die Jäger ihre Abschussquote erfüllen wollen. Nur: Wie viel geschossen werden darf, bestimmten die Jäger selbst. Eine fachliche Grundlage für die Höhe der Abschusspläne fehle. Laggner: Was in den vergangenen Jahren durchschnittlich abgeschossen wurde, "hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun". Es gibt zwei Möglichkeiten, den Wildbestand korrekt zu erfassen: entweder direkt durch Zählung oder indirekt über den Zustand der Vegetation.

Die Waldbesitzer rechnen noch in diesem Jahr mit einer Änderung des Kärntner Jagdgesetzes.
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