03.08.2016, 08:30 Uhr

Pokémon: Wirtschaft springt mit auf

Ein Rattfratz attackierte Gastronom Christian Widgruber. Die Bezirksblätter kamen zur Hilfe.

Pokémon Go kurbelt Geschäft an: Hartlauer weitet seine Aktion von St. Pölten auf ganz Österreich aus.

ST. PÖLTEN (bt). Die St. Pöltner Innenstadt ist ein Paradies für eingefleischte Pokémon-Jäger. Zieht man durch die Straßen, tauchen massenweise kleine Monster am Handy-Display auf und ein Haufen PokeStops mit dazu. Diese Punkte ziehen Fans des Spiels geradezu an, denn hier können Belohnungen gesammelt werden. Das machen sich einige Wirtschaftstreibende zu Nutze.

Schnäppchenjagd bei Thalia

Bei Thalia in der Kremser Gasse gab es auf Spiele, CDs, Filme und E-Reader bis zu 20 Prozent Rabatt, je nach Spiellevel. Vier Tage lang lief die Aktion, die sich für ehrgeizige Pokémon-Trainer gelohnt hat. "Ein paar Burschen haben am Donnerstag gesagt, sie kommen am Samstag wieder", erzählt Melanie Ruhm, stellvertretende Filialleiterin. In dieser Zeit wollten sie sich in ein höheres Level spielen. Da bekommt das Wort "Schnäppchenjagd" eine neue Bedeutung.

Spieler brauchen mehr Power

"Zeige uns dein Lieblingspokémon, das du gefangen hast und erhalte minus 15 Prozent auf einen Artikel, welchen jeder PokéTrainer braucht." Damit wirbt Hartlauer in der Kremser Gasse groß vor seinem Geschäft. "Wir haben schon viel Umsatz damit gemacht", verrät man uns in der Filiale. Für nähere Auskünfte ist Robert Hartlauer höchstpersönlich zuständig. "Das war von der Kremser Gasse ausgehend. Der Geschäftsleiter dort ist selbst ein begeisterter Pokémon-Spieler", verrät er. In etwas abgeänderter Form ist die Aktion am Montag in ganz Österreich angelaufen. Zuvor mussten noch größere Mengen an Powerchargern und Akkupacks geordert werden. Diese Geräte, die den Handy-Akku länger durchhalten lassen, finden reißenden Absatz.
Pokémon kurbelt also die Wirtschaft an? "Indirekt ja. Neue Smartphones, zusätzliche Power. Ein Bekannter hat mir sogar erzählt, sein Sohn hat mit dem Radfahren angefangen", lacht Robert Hartlauer. Der Schlüssel zum Erfolg liegt nämlich in den zurückgelegten Kilometern.
Über die App Werbung machen, wie es etwa Mc Donalds schon tut, dem ist der Geschäftsführer nicht abgeneigt. "Grundsätzlich ist alles vorstellbar, es ist halt immer die Frage, was einer verlangt."

Monster in Gastgärten

Mit Pokémon Go zu werben kann sich Christian Widgruber, Hausherr vom Roten Hahn nicht vorstellen. Dass sich aber auch in seinem Gastgarten Monster jagen lassen, hat er schon bemerkt. "Letztens waren welche frühstücken da, da haben die Kinder Pokémon gefangen." Auch die Bezirksblätter hatten Erfolg, ein Rattfratz "kuschelte" sich zum Chef.
Dass viele Jäger das Café Schubert aufsuchen, um ihre Reserven aufzufüllen, wäre dem Team noch nicht aufgefallen. Doch Stammgast Martin Hasenzagl berichtet: "Vor allem am Abend merkt man es extrem. Da ziehen alle paar Minuten welche vorbei."
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