26.08.2016, 13:15 Uhr

Firma Mehler in neuen Händen

Josef Mehler (2.v.re.) übergab 2015 die Firma an seine Söhne. (Foto: Privat)

Im Vorjahr gab Josef Mehler seinen Elektrotechnik-Betrieb an seine Söhne weiter.

WOLFERN. Für Josef Mehler war früh klar, wohin ihn sein Weg führen wird. Nach dem Besuch der HTL in Steyr für Elektrotechnik machte sich der Wolferner im alten Gasthaus Eigner als Elektroinstallateur selbstständig, indem er sein Auto verkaufte und mit dem Geld die Firma gründete.

Baustromverteiler selbst gebaut
Zu Beginn glaubte kaum jemand, dass die Firma Mehler zu einem großen Imperium werden würde. "Wir hatten anfangs einen Lehrling, nachher kamen zwei Monteure dazu", erinnert er sich. Nach diversen kleineren Aufträgen kam im Jahr 1962 der erste Große: die Kirchenheizung in Wolfern. Im darauffolgenden Jahr baute Mehler ein kleines Geschäft mit Werkstatt und Wohnung, das im Laufe der Zeit immer mehr ausgebaut wurde. "Immer wieder gab es Probleme, Baustrom herzustellen", so Mehler. Damals gab es noch keine fabriksmäßigen Baustromverteiler, es wurde lediglich ein Holzkasten oder eine Holzlade zusammengebaut und Probleme traten auf. "Um diese zu beheben habe ich auf einer selbst gebauten Biegemaschine Baustromverteiler mit einem Blechgehäuse für unseren Gebrauch hergestellt." Anfang der 70er Jahre bemerkte Josef Gruber, Vertreter der Firma Siemens, diesen Verteiler und machte den Vorschlag, ihn an Elektroinstallateure zu verkaufen - das lief so gut, dass er die Verteiler über seine Firma verkaufte und so begann die Erfolgsgeschichte.

Professionellere Gerätschaften wurden gekauft und das Geschäft vergrößert. Die Verteiler wurden verbessert und nach ÖVE-Norm überprüft. Pro Jahr verkaufte Mehler ca. 2000 Stück, dazu kamen Zähler- und Standverteiler. "So kam es, dass meine Werkstatt bald zu klein wurde und ich eine große Fertigungshalle baute", erzählt der Wolferner. Der Betrieb wuchs, so ist die Mitarbeiterzahl auf 230 gestiegen und der Jahresumsatz auf 30 Millionen Euro.

Erfolg in China
1990 folgte der Sprung ins Ausland. "Mehler Wuhan" hieß die Joint Venture Firma, an der die Chinesen 60 und die Firma Mehler 40 Prozent Anteil hatte. "Vor Ablauf der Vertragsdauer von 10 Jahren wurde vereinbart, dass die chinesische Seite nicht mehr mitmacht", erinnert sich Mehler. Die Firma wurde geschlossen, doch der Elektroinstallateur gab nicht auf. "Ich habe in einem Randbezirk 2002 eine neue Firma gebaut." Die Belegschaft und Maschinen der Joint Venture Firma wurden übernommen, sodass die neue Firma zu 100 Prozent Eigentum der Firma Mehler Elektrotechnik in Wolfern wurde. Und der Erfolg gab ihm Recht: 2005 zeichnete die Firma Siemens Mehler als "Besten Lieferant in Asien" aus. "Der Umsatz stieg im Laufe der Zeit auf 12 Millionen Euro."

Privat hat Josef Mehler sieben Kinder - sechs Söhne und eine Tochter - die ihn bei seinem Lebenswerk unterstützen. Mit 80 Jahren übergab er im März 2015 die Firma an seine Söhne. "Der Markt hört nie auf, Strom gibt es immer", ist er überzeugt. Und eines ist ihm wichtig: "Es muss im Leben etwas passieren, damit sich etwas ändert."
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