16.09.2016, 19:07 Uhr

Msgr. Peter Webhofer verstorben

Msgr. Peter Webhofer verstorben (Foto: Diözese Innsbruck)

Gebürtiger Osttiroler war erster Domkapellmeister der neugeschaffenen Diözese Innsbruck

Die Diözese Innsbruck trauert um Domkapellmeister i.R. Msgr. Dr Peter Webhofer, der am 14. September in Innsbruck verstorben ist.

Msgr. Dr. Peter Webhofer wurde am 26.03.1932 als zweites von fünf Kindern in Lienz geboren, besuchte das Gymnasium in Lienz und Schwaz und studierte in Innsbruck Theologie. Nachdem er im Jahre 1957 aus der Hand von Bischof DDr. Paulus Rusch in der Dekanalpfarrkirche Sillian die Priesterweihe empfangen hatte, war er drei Jahre als Kooperator in Steinach am Brenner tätig. Dann widmete sich Webhofer dem Musikstudium, nahm einschlägigen Unterricht in der Landeshauptstadt und ging nach Rom ans Pontificio Istituto di Musica Sacra, wo er bei namhaften Professoren mit der Wissenschaft der Kirchenmusik vertraut wurde.

Nach seiner Promotion kehrte er 1964 nach Innsbruck zurück, wo er als erster Domkapellmeister der neugeschaffenen Diözese Innsbruck die Leitung der Dommusik übernahm. Es galt damals nicht nur einen verjüngten und vergrößerten Chor aufzubauen, sondern im Sinne des II.Vatikanischen Konzils die neuen Bestimmungen in kirchenmusikalischer Hinsicht auf diözesaner Ebene zu verwirklichen.

So ist es ihm gelungen, volle Aufbauarbeit zu leisten und die jungen Mitglieder des Chores in die Musik der Gregorianik, der alten Meister, der Wiener Klassik und der Romantik bis in die Moderne einzuführen.

Musikexperte der Alten Musik

Der begabte Kirchenmusiker befasste sich in mühevoller Kleinarbeit in den Bibliotheken vom Rom, Venedig, Wien, Prag und Kremsmünster mit den gefundenen Werken und gründete 1979 in Innsbruck anlässlich des ein Jahr später gefeierten 800-jährigen Stadtjubiläums der Tiroler Landeshauptstadt, ein sich auf hohem Niveau befindlichem Ensemble für Alte Musik unter dem Titel „Cappella Oenipontana“. Dieses von ihm wissenschaftlich betreute Ensemble führt in Konzerten im In- und Ausland, aber auch bei kirchenmusikalischen Kongressen in Rom, Musikwerke jener Zeit auf, die üblicherweise im Konzertleben vernachlässigt werden. Weltweit gilt Monsignore Webhofer derzeit als der einzige Sances-Forscher. Die Arbeit der Cappella Oenipontana stellt daher eine wissenschaftlich authentische und bestqualifizierte Interpretation der Werke von Sances dar

Als Kirchenmusikreferent der Diözese leitete er zahlreiche Chortagungen mit Beratung in Literatur im ganzen Lande und führte Kollaudierungen von Orgeln durch. Sein umfassendes musikalisches Wissen konnte Dr. Webhofer, der auch Religionsunterricht am Gymnasium erteilte, als Professor am Innsbrucker Konservatorium weitergeben.

Trotz langjähriger Krankheit, die ihn in seinem Schaffen einschränkte, arbeitete er auf wissenschaftlicher Ebene weiter. Webhofer stand als Fachmann der alten Musik gerade jungen Dirigenten mit Rat und Tat zur Seite. Auf Grund einer Postgraduate-Ausbildung an der Sacra Rota Romana arbeitete der weit über die Grenzen Tirol bekannte Tiroler Kirchenmusikwissenschaftler auch als Richter am Ehegericht des Bischöflichen Ordinariates.

Zahlreiche Auszeichnungen

Für sein wissenschaftliches Wirken erhielt Webhofer von der Republik Österreich das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse und den Berufstitel „Professor“, das “Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck“ und das Verdienstkreuz des Landes Tirol. 1986 erfolgte die päpstliche Auszeichnung zum „Kaplan Seiner Heiligkeit“ mit dem Titel „Monsignore“ durch Johannes Paul II. Die Gemeinde Tristach ehrte 2002 den verdienten Kirchenmusiker mit der Verleihung des „Ehrenringes.“

Beisetzung in der Krypta des Domes zu St. Jakob

Der Rosenkranz für den Verstorbenen wird am Freitag, 23.09.2016, um 18:00 Uhr im Dom St. Jakob gebetet.
Die Begräbnismesse findet Samstag, 24.09.2016, um 11:00 Uhr im Dom St. Jakob statt. Die Beisetzung erfolgt anschließend, dem Wunsch des Verstorbenen entsprechend, in der Krypta des Domes.
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