05.05.2016, 15:36 Uhr

Urlaub: Wohin geht heuer die Reise?

Cornelia Fartek von "TUI - Das Reisebüro" in Telfs spricht von einem Spanien-Boom.

Terror und Flüchtlingssrtöme wirken sich auf das Buchungsverhalten der TirolerInnen aus.

REGION. Für Spanienfans wird es in den Ferienfliegern sehr eng! Dr. Bernhard Wanner, Geschäftsführer der Fachgruppe der Reisebüros, spricht von einem Boom in den Süden der Iberischen Halbinsel: "Da ist man sicher. Vor kurzem haben Reiseanbieter wie TUI die Kapazitäten in ihren Flügen um 2500 Plätze aufgestockt, weil die Nachfrage so groß ist."
Terror und Flüchtlingsströme wirken sich auf das Buchungsverhalten der TirolerInnen aus - und da ist eben Spanien von der politischen Lage her noch verschont. "Das haben die Spanier gemerkt, die Preise dort steigen bereits an", so Wanner. Den Spanienboom bestätigt auch Reiseprofi Cornelia Fartek vom "TUI - Das Reisebüro" im Inntalcenter Telfs: "Vor allem Mallorca ist sehr stark gebucht. Es gibt auch regelmäßig Flüge von Innsbruck aus. Gefragt waren auch Andalusien und die Kanaren." Die wenigsten zieht es auf die Griechischen Inseln und Ägypten oder in die Türkei. Es kann sich rasch wieder ändern, erklärt Wanner: "Die Türkei kann vielleicht bald wieder In sein." Fartek berichtet von vielen Türkei-Stammgästen, die lieber warten wie es sich in der Türkei entwickelt, oder heuer lieber ganz auf eine Reise verzichten.

Leute wissen früher, wohin es geht
Viele wissen schon sehr früh, wohin die Reise gehen soll. Wer früh bucht, hat die besten Chancen, sein Wunschprodukt zu bekommen. Nach einem schwächeren November und Dezember begann von Jänner bis März der Run in die Reisebüros. Die Auswahl an sicheren Reisedestinationen ist gesunken. Neben Spanien bleiben noch Italien, Österreich, Kroatien sowie Frankreich, Portugal oder auch der südostasiatische Raum, erklärt Dr. Wanner: "Die Leute wollen ihre Ruhe haben und urlauben fern von politischen Konflikten, Unruhen und Terror."
Auch der Frühbucher-Anteil steigt. "Wir haben bereits jetzt schon Anfragen für den kommenden Winter. Da sind die Karibik, asiatischer Raum wie z.B. Thailand sehr gefragt", verweist Fartek auf eine steigende Nachfrage nach Fernreisen.
Städtereisen weniger beliebt
Nach den Bombenanschlägen - z.b. in Brüssel - war die Angst noch groß, in eine europäische Stadt zu reisen. Einige Wochen später kann das Sicherheitsgefühl schon wieder größer sein, wenn bis dahin nichts mehr passiert, die Vergesslichkeit hilft, meint Wanner.

Auf Nummer sicher
Kaum Auswirkungen merkt der Telfer Reiseveranstalter Dietrich Touristik. Nur die Busreisen nach Paris od. Korfu gingen heuer gar nicht, die Türkei war schon seit Jahren nicht mehr im Programm, so Constanze Dietrich: "Wir bieten hauptsächlich Busreisen an, vor allem innerhalb Österreichs, Deutschland, Schweiz oder auch die englischen Inseln, da sind wir immer gut gebucht. Die Toskana boomt, der Bus nach Holland und auch nach Kroation war voll und auch Städereisen etwa nach Prag laufen sehr gut, da merken wir auch nichts von den Anschlägen in anderen Hauptstädten." Auch dass die Leute immer kurzfristiger buchen, führt Dietrich nicht auf die politische Lage zurück: "Das war in den letzten Jahren immer so."

zur Sache: Reisewarnungen ...

... werden sehr zögerlich ausgesprochen. Zum Beispiel wird in Ägypten nach einem Anschlag die Stufe 5 (Reisewarnung für eine Region) kaum verlassen und auf 6 (Reisewarnung für das ganze Land) erhöht. Ein allgemeines Lebensrisiko rechtfertigt nach der vorliegenden Rechtsprechung keinen kostenlosen Rücktritt von einer Reise. Einzelne Bombenanschläge wie in Brüssel gehören zum sog. "allgemeinen Lebensrisiko des Reisenden". Nur nach systematischen, gezielten Anschlägen gegen Touristen kann eine Reise dahin gekündigt werden.
Stark im Steigen sind auch Reiserücktrittsversicherungen, Reisebüros müssen darauf hinweisen. Die Angebote sind umfangreich. Man kann sich z.B. auch versichern, wenn die Reise wegen einer Termin-/Lieferverschiebung im Zuge eines Hausbaus nicht angetreten werden kann, oder wenn der Hund krank wird.

Wo urlauben unserere Bürgermeister?

Klaus Stocker, Wildermieming, will in Österreich bleiben, ev. Steiermark, oder die freie Zeit in Südtirol verbringen, sollte sich ein Urlaub überhaupt ausgehen, so Stocker: "Ich bin grundsätzlich kein großer Urlaubsmensch und schon gar nicht will ich weit weg fahren oder gar fliegen."
Christian Härting, Telfs: Die Hochzeitseinladung eines Freundes beschert ihm und Familie eine Reise in den Westen der USA: "Da verbringen wir im Juni 10 Tage. Die Hochzeit findet in Los Angeles statt und wir besichtigen im Anschluss Las Vegas und San Francisco."
Sepp Walch, Inzing, hat weder Zeit noch Interesse, um Urlaubspläne zu schmieden: "Geplant habe ich wie jedes Jahr Ende Mai einige Tage nach Italien zum Radfahren und im Herbst drei bis vier Tage am Inzinger Alpl. Eine Woche irgendwo am Meer wird sich sicher auch noch ausgehen."
Mag. Thomas Öfner, Zirl, plant Ende Juli oder im August eine Woche Urlaub in Tirol, ein paar Tage auf seiner Hütte im Zirler Naherholungsgebiet „Brunntl“, und: "Die erste Septemberwoche verbringe ich mit meiner Familie und Freunden in der Toskana."
Isabella Blaha, Scharnitz, will heimische Betriebe fördern und hier eine Auszeit nehmen: "Da ich mich auch zu sagen getraue, dass in unserem Land Preis und Leistung der Betriebe in der Gastronomie und Beherbergung in den meisten Fällen am stimmigsten sind." Blaha denkt an verlängerte Wochenenden im Salzkammergut oder am Bodensee. Ende Oktober soll es aber für ca. 11 Tage nach Portugal gehen: "Da punkten das wunderbare Küstengebiet und die kulturellen Stätten."
Thomas Mössmer, Leutasch, meint dazu nur kurz: "Heuer ist leider kein Urlaub mehr geplant."
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