26.04.2016, 00:00 Uhr

Unfallvermeidung: Vorsicht, Kinder haben die tollsten Ideen

(Foto: S_Kobold/Fotolia)

Einfache Sicherheitsmaßnahmen können Kinderleben retten - doch selbst Profis sind nicht gefeit.

Alle 13 Minuten verunglückt in Österreich ein Kind den eigenen vier Wänden. Eine der häufigsten Unfallarten sind Stürze, dabei könnten gerade diese durch einige einfache Sicherheitsmaßnahmen oft vermieden werden. Die Bezirksblätter sahen sich um und machten die typischen Kinder-Fallen ausfindig.

26 Prozent der Unfälle passieren zuhause

Entgegen der weit verbreiteten Meinung passieren lediglich zwei Prozent aller Kinderunfälle im Straßenverkehr – im eigenen Haushalt sind es jedoch 26 Prozent.
Besonders für Säuglinge und Kleinkinder stellen Unfälle zu Hause die größte Gefahr dar: In der Altersgruppe der unter Fünfjährigen ereignen sich pro Tag rund 75 Unfälle.

Etwa zwei Mal pro Woche kommen Kinder mit Verletzungen nach Unfällen im Haushalt in die Ambulanz des Landesklinikums Waidhofen, erklärt der Abteilungsleiter der Chirurgie Primar Friedrich König. "Zu betonen ist allerdings, dass wir an unserem Haus keine Unfallabteilung haben und Kinder mit schwereren Verletzungen sicherlich nicht primär in unser Klinikum eingeliefert werden."

Am häufigsten kämen laut dem Mediziner Schädelprellungen, Knochenbrüche der Finger und der Extremitäten sowie Rissquetschwunden oder Abschürfungen vor.

24 Jahre und kein verletztes Kind

Seit beinahe einem Vierteljahrhundert betreut Andrea Lindtner aus Groß Siegharts bereits Kinder in der Krabbelstube in Groß Siegharts. Außer ein paar blauen Flecken gab es in dieser Zeit noch keine gröberen Verletzungen, berichtet die Pädagogin. Sie kennt aber ebenso Fälle von Kindern, die durch Unfälle im Haushalt plötzlich mit Gipsfuß und Kopfverband in die Krabbelstube gaben. "Einmal hat sich eines der Kinder ein Bein gebrochen, weil es in Mamas Küche in die Laden geklettert ist", berichtet Lindner. "Auch Heizkörper sind eine der Unfallursachen Nummer eins. Deshalb haben wir diese alle mit Holz verkleidet."

Sie rät Eltern unbedingt dazu Steckdosen mit entsprechenden kindersicheren Einsätzen zu versehen, Ofenplatten abzusichern und bei Stiegen unbedingt Gitter zu montieren: "Selbst wenn es nur zwei Stufen sind". Als wahre Lebensretter haben sich abmontierbare Fenstergriffe erwiesen. In der Krabbelstube sind sämtliche Fenstergriffe sicher verwahrt und werden bei Bedarf wieder montiert. Lindtner: "Bei Kindern muss man wirklich auf alles gefasst sein. Sie sind unheimlich erfinderisch", so die Expertin, die zum Abschluss noch einen launigen Tipp aus eigener Erfahrung hat: "Liebe Eltern, passen Sie immer auf ihre Schlüssel auf. Sonst sind Sie schneller ausgesperrt, als sie denken. Und so ein Feuerwehreinsatz muss ja nicht sein."
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