21.06.2016, 07:00 Uhr

Kunstwerke von Ferdinand Penker

Wann? 28.08.2016 19:00 Uhr bis 02.11.2016 17:00 Uhr

Wo? Schloss Wolfsberg, Schloßstraße 1, 9400 Wolfsberg AT
Ferdinand Penker studierte in Graz Medizin und Kunstgeschichte (Fotos: Mark Duran)
Wolfsberg: Schloss Wolfsberg |

Die Kunstwerke von Ferdinand Penker sind ab Donnerstag, dem 23. Juni, ab 19 Uhr, im Schloss Wolfsberg zu sehen.

Bei der Vernissage werden drei Radierungen des Künstlers zu Gunsten des Sozialfonds Rotary Club Wolfsberg verlost.

Öffnungszeiten:

Die Ausstellung ist bis 28. August, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Details:

Ferdinand Penker entwickelte seit den 1970er Jahren konsequent ein geschlossenes Oeuvre, das auf der Basis konstruktiver und konkreter Ideen begründet war und das sich unter dem Einfluss der amerikanischen Farbfeldmalerei und der Minimal Art sowie europäischer reduktiver Tendenzen formulierte. In einem selbstreflexiven Verfahren wurde die Malerei, ihre Mittel, ihr Potential und ihre Rahmenbedingungen hinterfragt und stetig entwickelt. Das Werk zeichnet sich durch seine analytische Qualität und durch die Kontinuität und Aktualität des Diskurses aus, der dem Künstler eine unikale Position innerhalb der modernistischen Malerei einräumte.

Nachweislich Spuren hinterließen auch Reisen in die USA, der direkte Kontakt zu Josef Albers, den der Künstler 1971 besuchte, 1972 ein mehrmonatiger Aufenthalt in New York und schließlich viele Jahre in San Francisco, wo Ferdinand Penker von 1977 bis 1988 lebte. Ab 1981 war Penker als Gastprofessor an der University of California in Davis tätig. Die Einflüsse von Josef Albers und von der amerikanischen Nachkriegsmalerei – die die Errungenschaften der europäischen Kunst der ersten Jahrhunderthälfte versammelt und weiter entwickelt – sind evident. Ebenso aber wird für Penkers Arbeit, die damals um Fragestellungen von Licht und Raum kreiste, die spezifische Atmosphäre der südlichen Westküste entscheidend.

In den 1970er Jahren ersann Penker ein verbindliches Vokabular und eine Methodik, die, in der Verfolgung eines Gestaltungsgedankens, innerhalb des Werks vielfältig variierte und progressiv forciert wurde. Im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit standen die Linie – die bildnerisch aus
der Beschäftigung mit Raum und Architektur abgeleitet wurde – und die daraus konstruierte Struktur und das Malen dieser Komponenten. Sie waren die zentralen Themen. Aus der seriellen Wiederholung identischer Striche entstehen flächige Ordnungen – abstrakte Komposition als
formale Resultate der Methode des spezifischen skripturalen Farbauftrags – homogen, minimalistisch und tendenziell monochrom. Entscheidend war die Erweiterung der Malerei in den Raum in den 1990er Jahren, die die autonome Entität des Bildes aufbrach und die Reichweite der
Auseinandersetzung expansiv erweiterte.

Ein weiterer wichtiger Einflussbereich für die Malerei und insbesondere auch für Penkers Druckgrafik war die Auseinandersetzung mit der asiatischen, vor allem mit der japanischen Kultur, der der Künstler bereits in Amerika durch einzelne Kontakte begegnete, die dann 1986 zu einer
ersten Japanreise führten.


Dem folgt 2008 ein halbjähriger Arbeitsaufenthalt in Tokyo. In dieser Zeit, konfrontiert mit den spezifischen japanisch-urbanen Lebens- und Arbeitsbedingungen, entstand ein Werkblock der sich direkt auf akute soziale Probleme der japanischen Gesellschaft dem Phänomen des Hikikomori – einem freiwilligen gesellschaftlichen Rückzug Jugendlicher in die totale Isolation –, das er mit Aspekten des Künstlerdaseins in unserer Gesellschaft verglich. Darüber hinaus gibt es in Penkers Arbeit, die sich explizit auf wenige Ausdrucksmittel beschränkt, allgemein ein stark ausgeprägtes meditatives Moment im repetitiven Procedere, begleitet von Stille, Konzentration und Ordnung. Im malerischen Vollzug sind Parallelen zur Kalligrafie auszumachen, wie überhaupt zur fernöstlichen Pinsel- bzw. Schreibtechnik.
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