Goldgelbe Vergilbung der Rebe
Gefährliche Rebenkrankheit erstmals im Bezirk nachgewiesen
- Goldgelbe Vergilbung der Rebe bei Weißweinsorte
- Foto: Daniel Pachinger/LK Burgenland
- hochgeladen von Birgit Bachhofner
Die Goldgelbe Vergilbung der Rebe (Grapevine flavescence dorée) wurde erstmals in Niederösterreich nachgewiesen, wie die Landwirtschaftskammer NÖ bekanntgab. Die gefährliche Rebenkrankheit hat in anderen Weinbauregionen bereits massive Schäden verursacht.
BEZIRK BRUCK/LEITHA. Jetzt gilt es, die weitere Ausbreitung möglichst rasch einzudämmen. Die Landwirtschaftskammer NÖ unterstützt die Betriebe und appelliert an alle Besitzerinnen und Besitzer von Reben, Verdachtsfälle umgehend zu melden und angeordnete Maßnahmen konsequent umzusetzen.
Niederösterreich hat vorgesorgt
Die Goldgelbe Vergilbung zählt zu den gefährlichsten Rebenkrankheiten Europas. Im Burgenland und in der Steiermark sowie in den Nachbarstaaten Tschechien und Slowakei hat sich die Goldgelbe Vergilbung bereits massiv ausgebreitet.
Mit dem nun bestätigten Nachweis haben die zuständigen niederösterreichischen Behörden die gesetzlich vorgesehenen Maßnahmen eingeleitet. Die Landwirtschaftskammer NÖ steht in engem Austausch mit den Betrieben und unterstützt diese mit fachlicher Beratung bei allen notwendigen Schritten.
Jeder Rebstock zählt
Entscheidend ist nun die Mithilfe aller, die Reben besitzen – vom Weinbaubetrieb bis zum einzelnen Rebstock im Privatgarten. Denn jeder infizierte Rebstock kann zur weiteren Verbreitung der gefährlichen Krankheit beitragen. Daher müssen alle Rebstöcke aufmerksam auf Symptome kontrolliert und jeder verdächtige Rebstock sofort gemeldet werden. Symptomtragende Reben müssen gerodet werden.
„Wir können die Krankheit nicht direkt bekämpfen, aber wir können ihre Ausbreitung bremsen. Je früher verdächtige Rebstöcke erkannt und gemeldet bzw. gerodet werden, desto größer ist unsere Chance, größere Schäden für den niederösterreichischen Weinbau zu verhindern“, betont Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ.
Wie erkenne ich die Goldgelbe Vergilbung der Rebe?
Von der Goldgelben Vergilbung befallene Rebstöcke zeigen deutlich sichtbare Vergilbungen an den Blättern. Bei Weißweinsorten färben sich die Blätter gelblich, Rotweinsorten zeigen dunkelrote Blätter. Die Blätter rollen sich in weiterer Folge nach unten ein. Triebe verholzen nicht. Die befallenen Reben sterben ab.
Die Krankheit wird durch Phytoplasmen, das sind zellwandlose Bakterien verursacht. Hauptüberträger ist die Amerikanische Rebzikade. Infizierte Reben sterben ab. Dadurch kann sich die Krankheit rasch ausbreiten und ganze Weingärten gefährden.
Verdachtsfälle sofort hier melden
Der Verdacht auf Goldgelbe Vergilbung ist meldepflichtig. Verdächtige Rebstöcke müssen daher umgehend gemeldet werden. Das gilt in ganz Niederösterreich.
Landwirtschaftskammer Niederösterreich
Referat Wein- und Obstbau
Tel. 05 0259 22200
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