30.10.2017, 11:12 Uhr

Burg Leopoldsberg: Nie wieder offen für alle?

Noch sind die Burgtore verschlossen. Ob die Anlage in Zukunft öffentlich zugänglich sein wird, bleibt fraglich.

Im November sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. Doch dass die Burg Leopoldsberg dann wieder öffentlich zugänglich wird, scheint unwahrscheinlich. Wird aus der Anlage ein Luxus-Veranstaltungsort?

DÖBLING. In regelmäßigen Abständen, seit mittlerweile zehn Jahren wird eine freudige Botschaft verkündet: „Jetzt ist es soweit!“, heißt es dann und „Die Renovierung ist nun abgeschlossen!“. Doch dann, seit zehn Jahren, liest man, dass es „nun doch Verzögerungen“ gebe.

Glaubt man den Ankündigungen des Stiftes Klosterneuburg noch, so darf man in wenigen Wochen die Wiedereröffnung der Burg und der Kirche am Leopoldsberg erwarten. Doch die zeitlichen Ankündigungen sind auch diesmal wenig konkret und recht unterschiedlich. Die Geschichte der ewig verschlossenen Burg liefert einige Aspekte, die am nun verkündeten Happy End zweifeln lassen.

Ein weiterer Zeitplan

Im Oktober, hieß es im vergangen Sommer, werden die Bauarbeiten, die Renovierung der Kirche und Kanalisation, abgeschlossen sein und dann werde die denkmalgeschützte Burg wieder offen sein. Doch Walter Hanzmann vom Stift Klosterneuburg sagt nun auf Nachfrage, dass etwas später, nämlich Ende Oktober, Anfang November die Renovierung der Kirche abgeschlossen sein und damit von Seiten des Stiftes Klosterneuburg bereit stehen werde, um wieder bespielt zu werden. Bezirkschef Adolf Tiller weiß, dass der Eröffnungstermin, der ursprünglich für den 15. November geplant war, verschoben werden musste. „Ende November wird es voraussichtlich soweit sein“, so Tiller. Dann wird die Kirche fertig sein. Die Kirche. Denn noch sei nicht genau abzusehen, wann das Areal – also die Burganlage rund um die Kirche herum - durch den Architekten, Alexander Serda, wieder geöffnet wird.

Der umtriebige Pächter

2007 wurde die Burganlage vom Stift Klosterneuburg für 100 Jahre verpachtet. Pächter ist der Luxus-Architekt Alexander Serda. Serda verkauft Immobilien in Wien, Venedig, Dubai, Mallorca und London. Er war Gründer der Elite-Schule in St. Gilgen, die 2016 pleite ging – aber das ist eine andere Geschichte. Serda ist jedenfalls ein Mann, der für keine Stellungnahme zu den aktuellen Plänen erreichbar ist. Das Stift Klosterneuburg und Serda haben offenbar ein gutes Geschäftsverhältnis. Denn auch für eine Residenz mit Luxus-Wohnungen im Stift selbst wurde kein geringerer als Serda beauftragt.

Das Stift Klosterneuburg hat sich selbst im Zuge der Baurechtsvergabe des Burgareals ein Servitutsrecht für die auf dem Burgareal befindliche Kirche vertraglich gesichert. Dieses beinhaltet das Zugangsrecht des Stiftes Klosterneuburg für Messen, Hochzeiten, Feiern und Konzerte sowie für alle notwendigen Renovierungs- und Wartungsarbeiten der Leopoldsberg Kirche. Ein öffentliches Servitutsrecht für das Burgareal, die Kirche oder die darin befindlichen Denkmäler gibt es aber nicht. Die Anlage ist uneingeschränktes
privates Eigentum des Stiftes Klosterneuburg - verpachtet auf 100 Jahre.

Kein öffentlicher Zugang?

Auf die Frage hin, ob die Burganlage doch irgendwann wieder öffentlich zugänglich sein werde, erhält man unterschiedliche Auskünfte. Tiller ist sich sicher, dass dem so sein wird. Doch vom Stift Klosterneuburg hört man Gegenteiliges. „Aus Gesprächen mit Alexander Serda, dem Pächter der Burganlage, ging hervor, dass dieser die Burg nicht dauerhaft öffentlich zugänglich machen wird. Wenn der Untergrund der Burganlage begehbar ist, wird es lediglich möglich sein, die Kirche für Feierlichkeiten und Veranstaltungen zu nützen.“ Wird das beliebte Ausflugsziel am Leopoldsberg künftig nur noch mit einer kostenpflichtigen Buchung einer Veranstaltung zugänglich sein?

Diese Entscheidung liege, so Holzmann, daran, dass man in dem unbeaufsichtigten Areal Vandalismus befürchte. Nachdem in Zukunft in der Burganlage kein Gastgarten vorhanden sein wird, gibt es auch keine Aufsicht. Holzmann selbst hält es für unwahrscheinlich, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird. Der Architekt jedenfalls, jener Mann der über die Zukunft der Burg bestimmt, ist für all diese Fragen und Auskünfte nicht zu erreichen.

Hintergrund:

Reportage: Zehn Jahre Dornröschenschlaf
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