10.05.2016, 08:26 Uhr

Gefahr für Tiere: Plastikschnipsel in einem Döblinger Weingarten

Heinz Hieber mit einigen der Plastikteile, die er aus der Erde gefischt hat.

Auffallend viele münzgroße Plastikteile sind in einem Weingarten an der Kahlenberger Straße zu finden.

DÖBLING. Idyllisch ist ein Hilfsausdruck. Unweit vom Heurigen Sirbu mündet der Stadtwanderweg 1 in die Kahlenberger Straße. Die sanft abfallenden Hügel bieten einen wunderschönen Blick über die Stadt; so weit das Auge reicht, gibt es hier Weinreben.

Doch ganz ungetrübt ist die Idylle nicht: Folgt man dem Stadtwanderweg bergab, sieht man im zweiten Weingarten münzgroße Plastikteile in der Erde – und davon nicht wenige. "Eine Spaziergängerin hat uns darauf aufmerksam gemacht", sagt der Obmann der Döblinger Grünen, Heinz Hieber. "Offenbar liegt das Plastik schon seit einigen Wochen hier herum." Er hat sich vor Ort ein Bild gemacht und steht vor einem Rätsel: "Ich habe keine Ahnung, warum der Plastikmüll hier ist. Es handelt sich eindeutig um geschredderte Teile."

Grüne orten Gefahr

So kann es aber nicht bleiben, findet Hieber – der Plastikmüll stelle eine Gefahr für Tiere dar. Die Grünen werden eine Sachverhaltsdarstellung beim magistratischen Bezirksamt einbringen. Bezirksvorsteher Adolf Tiller (ÖVP) ist das Problem noch unbekannt: "So etwas wurde mir noch nicht zugetragen."

Untersuchung im Gange

Die Umweltschutzabteilung der Stadt Wien hat einen Lokalaugenschein vorgenommen, um der Sache auf den Grund zu gehen. "Wir vermuten, dass es sich um Überreste von Verkleidungen für die jungen Rebstöcke handelt, die so vor Wildbissen geschützt werden", sagt Sprecher Georg Patak. Die genaue Herkunft der Teile wird aber derzeit im Labor untersucht. Er hält die Abfälle aber auf alle Fälle für harmlos.

Eine Möglichkeit wäre – in Vorarlberg und in Deutschland sind solche Fälle bereits bekanntgeworden – dass Abfallprodukte aus einer Biogasanlage zum Düngen verwendet wurden. In solchen Anlagen wird unter anderem Biomüll vergoren. Daraus entsteht Gas, übrig bleibt ein sehr nährstoffreiches Substrat, das zum Düngen verwendet werden kann. Wird nicht sauber getrennt, bleiben auch Plastikteile zurück. Die Umweltabteilung geht allerdings nicht davon aus, dass es sich um solche Abfälle handelt: "Das wird bei uns ausgesiebt." Hieber wiederum bezweifelt, dass die Hartplastikschnipsel von Rebstock-Verkleidungen stammen.
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