Abrissarbeiten
Kein Platz mehr für Kinder

Der Abriss der Minopolis und des alten Cineplexx-Gebäudes ist im Gange und soll im Sommer 2019 erledigt sein.
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  • Der Abriss der Minopolis und des alten Cineplexx-Gebäudes ist im Gange und soll im Sommer 2019 erledigt sein.
  • hochgeladen von Sabine Krammer

In der Donaustadt wird die ehemalige "Stadt der Kinder" für neue Wohnbauten abgerissen.

DONAUSTADT. „Ich war ein Feuerwehrmann, habe den Führerschein gemacht und eine Lokomotive gesteuert“, erinnert sich Verena wehmütig. Wie der jungen Wienerin geht es so manchen jungen Erwachsenen beim Anblick der Ruine des ehemaligen Kinder-Paradieses "Minopolis – Die Stadt der Kinder" auf der Reichsbrücke.
Jetzt wurde auch noch die Schließung des größten österreichischen Indoor-Spielplatzes Bogi Park in Liesing verkündet. Während der Bogi Park mit seinem Kletter-Vulkan, den Hüpfburgen und Baumhäusern am 17. März den letzten Öffnungstag hat, wurde die 6.000 Quadratmeter große Kinderstadt Minopolis nach acht Jahren Betrieb geschlossen. Das ebenfalls im Gebäude beheimatete Cineplexx-Kino sperrte Ende 2011 zu. Bis 2023 entstehen dort die "Danube Flats" mit rund 600 Eigentumswohnungen.

Leben in Minopolis

Kinder von 4 bis 12 Jahren konnten in Minopolis in 25 Themenstationen die Berufe einer Stadt nachspielen. Für eine Baustelle, die Polizei, für Kanalarbeiter, Verkäufer, Bankangestellte oder das Krankenhaus stellten Sponsoren wirklichkeitsgetreue Spielflächen zur Verfügung.
Das spielerische Lernen von wirtschaftlichen Zusammenhängen war aber vielfacher Kritik ausgesetzt. Die Katholische Jungschar argumentierte, dass die Kinderstadt Minopolis „den Glauben an den unbegrenzten Kapitalismus verkörpere“. Nach einem Inhaberwechsel 2009 schloss Minopolis 2013 seine Pforten.

Freizeit für Kinder

Ursprünglich war ein neuer Minopolis-Standort im Wiener Prater geplant, der zuerst 2014, danach 2015 eröffnen sollte. Auf aktuelle Nachfrage erfährt man, dass "zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Österreich-Standort von Minopolis geplant ist". Damit Kinder in der Donaustadt aber weiterhin vergnügt spielen können, investiert der Bezirk jährlich in Spielplätze. Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ): „In der Donaustadt verwenden wir jedes Jahr etwa die Hälfte unseres Budgets für Kinder. Neben Kindergärten und Schulen werden jährlich Millionen in Parks und Spielplätze, Kleinkinderspielplätze und Ballspielplätze investiert.“
Insgesamt stehen in der Donaustadt 92 Spielplätze mit 138.453 Quadratmeter zur Verfügung, die sich in Kleinkinder-, Ball- und sonstige Spielplätze aufteilen und 0,14 Prozent der Bezirksfläche ausmachen. Zusätzlich steht mit dem Family Fun Park in der Breitenleer Straße 77 Wiens größter In- und Outdoor-Spielplatz für Kinder von 0–15 Jahren bereit. Neben einem Kleinkinderbereich punktet er mit 3.500 Quadratmeter Innenbereich mit Hüpf- und Kletterburgen und im Freien mit Wasserattraktionen.

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