Dittelgasse
Umwege, kaputte Zäune, Lkw-Verkehr – Wohnprojekt nervt Anrainer

Der Gartenzaun von Rosita Nikles wurde trotz Halte- und Parkverbot von parkenden Baustellenfahrzeugen beschädigt.
  • Der Gartenzaun von Rosita Nikles wurde trotz Halte- und Parkverbot von parkenden Baustellenfahrzeugen beschädigt.
  • hochgeladen von Sabine Krammer

Die Großbaustelle Dittelgasse sorgt für Lärm, Schmutz und viel Unmut bei den Anrainern.

DONAUSTADT. Gemütlich auf der Terrasse sitzen ist für Anrainerin Rosita Nikles in der Dittelgasse nicht möglich, denn beim Kaffeetrinken knirscht der Sand in den Zähnen von den vielen Baustellen. Direkt in der Dittelgasse entstehen bis Ende des Jahres rund 460 Wohnungen von drei Wohnbauträgern, private Bauprojekte hier und in der Lannesstraße, sowie Bauprojekte der Stadt Wien in der Flugfeldstraße.

Der Baustellenverkehr, der Lärm und der Schmutz ärgern die Anrainerin: „Die Autos der Bauarbeiter und die Lkw stehen vor den Garagen und an den Ecken, sodass die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist. Gleichzeitig aber fahren die Lkw mit hoher Geschwindigkeit durch die kleinen Gassen und beim Parken wird ebenfalls keine Rücksicht genommen.

Sinnlose Umwege wegen Bauzaun

„Mein Gartenzaun wurde schon mehrmals beschädigt“, klagt die Pensionistin. Nach fast täglichen Anrufen bei der Polizei und nach Meldung bei der Parkraumüberwachung wurden Strafzettel verteilt und ein Halte- und Parkverbotsschild aufgestellt. Trotz diesem wird ihre Garageneinfahrt oftmals versperrt. Nikles, die nach einer Knieoperation auf das Auto angewiesen ist, ärgert sich auch über eine temporäre Absperrung der Zufahrt zu den Baustellen und damit zur vorhandenen Siedlung.

Für Aushub und Ladetätigkeiten wird die Straße mit einen Bauzaun abgesperrt, ohne dass eine entsprechende Umleitung aufgezeigt wird. So müssen Autos umkehren, die Straße zurückfahren und einen weiten Umweg in Kauf nehmen. Das Verkehrsaufkommen ist dadurch noch erhöht. Viele der Lkw-Fahrer und Autofahrer nutzen daher einen Feldweg als Schleichweg. Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy weiß von diesen Vorkommnissen, aber weist auf die Eigentumsverhältnisse hin: „Die Befahrung der Feldwege kann dort nur von den Landwirten geregelt werden, da sie in deren Besitz sind – sie müssen dagegen Anzeige erstatten.“

Infoveranstaltung der Bauträger

Weil das erhöhte Baustellenverkehrsaufkommen auch den Bauträgern bekannt ist, versucht man hier den Anrainern entgegen zu kommen. Die Siedlungsunion informierte die Anrainer auf einer eigenen Veranstaltung und meint: „Aufgrund der vorhandenen Verkehrs –und Anrainersituation haben wir seit Baubeginn emissionsarme Bau-und Transportgeräte ausgeschrieben und diese auch im Einsatz.“

Anregung von Seiten der Anrainer will man jedenfalls an die Baustelle weiterleiten. Franz Pranckl, Geschäftsführer der GPA-Planungsgesellschaft: „Der von der Wohnbauvereingung für Privatangestellte beauftragte Generalunternehmer Hazet Bau versichert, die Belästigungen und Beeinträchtigungen der Anrainer, auf das unvermeidbare Minimum zu beschränken.“

Verkehrskonzept in Planung

Mit einer Verkehrsberuhigung nach Beendigung der Bauarbeiten rechnet Nikles nicht. „Die gebauten Garagen und der angebliche Parkstreifen in der Dittelgasse werden für die fast 1.000 Mieter zu wenig sein“, befürchtet Nikles. Der Vorgänger von Bezirksvorsteher Nevrivy, Norbert Scheed, hat bereits 2014 Gespräche mit den Wiener Linien hinsichtlich Verbesserungen im Öffi-Netz angekündigt. Damals sollten Verkehrsmaßnahmen bis zur Fertigstellung des ersten Bauteils getroffen werden.

Heute meint Nevrivy dazu: „Unbedingt erforderlich für die Verkehrslage ist die Stadtstraße und der Lückenschluss zwischen S1 und S2. Ziel muss auch sein, „Externe“, die in Wien parken wollen, zu motivieren, bereits an der Stadtgrenze ihre Fahrzeuge abzustellen. Hierzu erfordert es ausreichend Park & Ride Anlagen mit direktem Anschluss an das ÖFFI Netz und einen angepassten Parkraumbewirtschaftung.“

Autor:

Sabine Krammer aus Floridsdorf

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