Mit Lärminstrumenten das christliche Brauchtum pflegen
30 Großhöfleiner Ratschenkinder in der Karwoche aktiv

Auch über den Dächern von Großhöflein pflegten die Ratschenkinder den kirchlichen Brauch.
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  • Auch über den Dächern von Großhöflein pflegten die Ratschenkinder den kirchlichen Brauch.
  • Foto: Pfarre Großhöflein/Facebook
  • hochgeladen von Michael Wukowitsch

Auch in der heurigen Karwoche hüpften rund 30 Kinder am Karfreitag und am Karsamstag früh aus den Federn, um mit ihren großen und kleinen Ratschen in den Straßen und Gassen von Großhöflein ordentlich Lärm zu machen.

Der vermutlich aus dem Mittelalter stammenden Tradition entsprechend wird der kirchliche Lärmbrauch dafür eingesetzt, um die Menschen an das Gebet und den Kirchgang während der Karwoche zu erinnern. Darüber hinaus ist der Brauch seit 2015 als immaterielles Kulturerbe in der UNESCO-Liste in der Kategorie „Traditionelle Handwerkstechniken“ gelistet.

So wurde am Freitag in der Früh der heilige Karfreitag eingeratscht und um die Mittagszeit der englische Gruß dargebracht, der sich nicht aus dem Englischen ableitet, sondern den Gruß des Erzengels Gabriel an Maria, die Mutter Jesu, verkündet. Am Nachmittag des Karfreitags wurde an die Sterbestunde Christi erinnert und am Abend abermals zum Beten mit dem Engelsgruß aufgefordert. Auch am Karsamstag trafen sich die 30 Großhöfleiner Ratschenkinder mit ihren Begleitpersonen wieder an den unterschiedlichsten Orten in ihrer Heimatgemeinde, um laut loszuziehen und frühmorgens an die Grabesruhe Jesu zu erinnern. Mittags gab es ein letztes Mal den englischen Gruß, bevor abends der anstehende Beginn der feierlichen Osternachtsmesse  verkündet wurde.
Jederzeit verlassen konnten sich die Ratschenkinder dabei auf ihre Jugendpfarrgemeinderäte Martina Fink, Melanie Schandl und Judith Zöchmeister, die sich sowohl während der Planung als auch bei Durchführung der christlichen Aktion um den reibungslosen Ablauf kümmerten und Ratschenkinder und deren Eltern mit den wichtigsten Informationen versorgten.

Viele Großhöfleinerinnen und Großhöfleiner zeigten sich vom Einsatz der 10 Gruppen erfreut und gaben neben einer Spende auch reichlich Süßigkeiten her, die noch vor der Osternachtfeier gerecht aufgeteilt, getauscht („Ich geb´ dir eine Schokolade für zwei Überraschungseier“) und in absehbarer Zeit verzehrt wurden.

Zusammenfassend darf man von einer wertvollen Tätigkeit sprechen: In den Osterferien ordentlich Lärm machen, dabei altes kirchliches Brauchtum pflegen und als Dankeschön süß beschenkt zu werden.

Weiterführende Links:
Homepage der Pfarre Großhöflein
Pfarre Großhöflein auf Facebook

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