Frühe Planungsphase
Energieunternehmen plant Windräder in Stammersdorf
- Im Stammersdorfer Grätzl erzählt man sich von Plänen zu Windrädern am Bisamberg. (Symbolfoto)
- Foto: Emer/panthermedia
- hochgeladen von Michael Marbacher
Ein privates Energieunternehmen befindet sich in der frühen Planungsphase für Windkraftwerke am Bisamberg. Erste Gespräche mit Grundbesitzern laufen aktuell.
Aktualisiert am 10. April, 8.55 Uhr.
WIEN/FLORIDSDORF. Es liegen Gerüchte in der Luft. In den Stammersdorfer Heurigen erzählt man sich über den Bau eines Windparks am Bisamberg. Die Firma WEB Windenergie soll aktuell von Haus zu Haus gehen, um sich bei Grundeigentümern über einen möglichen Ankauf zu informieren.
Im Grätzl sind die Pläne laut Leopold Andrä von der Initiative "Pro Wild" schon länger bekannt. Er selbst hat davon beim Friseur erfahren. Die Tierschutzinitiative kritisiert zwar nicht Windkraftwerke an sich, setzt sich aber dafür ein, dass die Bevölkerung von den Plänen früh erfährt. So sollen etwa Fragen rund um die Biodiversität früh mitbedacht werden können. Das Gebiet befindet sich zwischen Stammersdorfer Kellergasse und Rendezvousberg. Es liegt nahe bei Naturschutzgebieten wie dem Natura-2000-Gebiet Bisamberg.
Prüfung müsste stattfinden
Eine Sprecherin der WEB Windenergie AG bestätigt die Pläne Windkraftwerke, über die der Kurier zuerst berichtet hatte. Gleichzeitig möchte man allerdings beruhigen: Aktuell sei man in einer sehr frühen Phase des Projekts. Bis zu einem eventuellen Bau würden mindestens zehn Jahre vergehen. "Ob sich der Standort tatsächlich für ein konkretes Projekt eignet, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilen. Entsprechend gibt es auch noch keinen Zeitplan", meint die Sprecherin der WEB Windenergie. Auch die Anzahl der Kraftwerke ist derzeit unbekannt. Die Gerüchte, nachdem vier Stück in Planung sind, würden laut WEB nicht stimmen.
- Hinter den Plänen steckt die niederösterreichische Firma WEB Windenergie AG.
- Foto: Andreas Biedermann
- hochgeladen von Daniel Schmidt
Bevor überhaupt gebaut werden könnte, müssten weitere Untersuchungen stattfinden. Das Energieunternehmen gibt an, dass Prüfungen wie etwa eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vor einem Bau notwendig sind. Ähnliches meldet auch die MA 22 – Umweltschutz. "Je nach Größe eines Projekts müsste man eine UVP zuerst durchführen", stellt ein Sprecher der Magistratsabteilung fest. Der MA 22 sei allerdings bisher kein derartiges Projekt am Wienerberg bekannt.
"Allgemein kann eine Windkraftanlage einer Einzelfallprüfungspflicht bzw. einer UVP-Pflicht unterliegen, falls die jeweiligen in Anhang 1 UVP-G 2000 angeführten Schwellenwerte (Leistung und Anzahl der Windräder) erreicht oder überschritten werden. Sollte eine UVP-Pflicht bestehen, ist ein Verfahren, bei dem alle Genehmigungen zu erteilen sind, unter Beteiligung der Öffentlichkeit und Einbeziehung der betroffenen Anrainer*innen durchzuführen."
So ein Sprecher der MA 22 – Umweltschutz
Bei der WEB Windenergie möchte man auf die Einbindung der Bevölkerung setzen, sobald sich ein Standort grundsätzlich als geeignet herauskristallisiert.
Wer Wind sät ...
Kritik an den Plänen kommt bereits von der FPÖ. Der Floridsdorfer Bezirksparteiobmann Wolfgang Irschik (FPÖ) spricht in einer Presseaussendung der Partei von "blankem Irrsinn". "Das hat mit Umweltbewusstsein nichts zu tun. Hier geht es einzig und allein um Gewinnmaximierung auf Kosten der Wiener", so Irschik. Die Partei fordert einen Stopp des Projekts.
Gerüchte, nach denen die Wien Energie mit dem Projekt in Verbindung steht, werden durch das städtische Energieunternehmen verneint. "Ein Projekt am Bisamberg ist seitens Wien Energie weder in Planung noch in Vorbereitung", heißt es in einer Pressemeldung.
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