13 Prozent ohne Nutzen
Wie steht es um den Leerstand in der Brünner Straße?
- In der Brünner Straße stehen 13 Prozent der Geschäfte leer. Was sagen Bezirk und WKW zum Leerstand der Einkaufsstraße?
- Foto: Fabian Franz/MeinBezirk
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In der Brünner Straße herrscht, wie in vielen Wiener Einkaufsstraßen, der Leerstand. Aber ist dieser in Floridsdorf höher als in anderen Bezirken? Und was macht der Bezirk, um die Geschäfte in die Brünner Straße zu holen?
WIEN/FLORIDSDORF. Plakate für Veranstaltungen, die schon vor Monaten stattgefunden haben, kleben an den Schaufenstern in der Brünner Straße. Dahinter: Kartons und leere Räume. Die Einkaufsstraße hält für viele nicht mehr das, was sie verspricht. Aufgelassene Lokale wie das Gebäude mit dem Schriftzug "Diva" auf der Nummer 7 oder das Modegeschäft Palmers auf der Nummer 6–8 stehen sinnbildlich für den allgemeinen Leerstand hier.
MeinBezirk hat die Brünner Straße unter die Lupe genommen und bei der Wirtschaftskammer Wien (WKW) und der Bezirksvorstehung nachgefragt, wie es um den Leerstand in der Verkehrsader durch Floridsdorf aktuell steht.
Leer ist nicht gleich leer
Aktuell stehen laut der WKW im Abschnitt zwischen Am Spitz und der Schlosshofer Straße bzw. der Katsushikastraße 11 von 83 Geschäftslokalen leer. Das kommt einer Leerstandsquote von 13 Prozent gleich. Seit der jüngsten Zählung 2025 wurden laut einem Sprecher der Wirtschaftskammer fünf Geschäfte geschlossen. Im Vergleich zu anderen Geschäftsstraßen sei der Leerstand in der Brünner Straße im mittleren bis oberen Bereich.
"Zum Vergleich: In der Josefstädter Straße stehen aktuell 7 Prozent und in der Wiedner Hauptstraße 14 Prozent leer", heißt es weiter. In der Regel würden leere Lokale in Wien nach drei bis sechs Monaten wieder genutzt. In Einkaufsstraßen und Straßen in den Außenbezirken dauert das laut der WKW etwas länger. Allerdings erfasst sie nicht jedes leere Lokal. Es gebe auch Geschäfte, die augenscheinlich leer stehen würden, aber eigentlich schon vermietet seien und nur noch auf eine Renovierung warten würden.
- Auf der Brünner Straße warten einige Geschäfte auf eine neue Nutzung.
- Foto: Fabian Franz/MeinBezirk
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Um dem Leerstand in der Brünner Straße entgegenzuwirken, möchte die WKW verstärkt auf die Zusammenarbeit mit dem Bezirk setzen. "Wien soll eine Stadt der kurzen Wege bleiben, dazu braucht es die Vielfalt und das Angebot der Wirtschaft in den Lokalen und Geschäften. Oberstes Ziel künftiger Maßnahmen muss sein, dass die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum erhöht wird, ohne dabei die wirtschaftliche Erreichbarkeit und Lebensfähigkeit der Betriebe aus dem Blick zu verlieren. Wenn wir das schaffen, ist schon viel gewonnen", so WKW-Bezirksobfrau Katharina Graber.
Branchenmix fehle
Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) sieht die Probleme der Straße etwa beim Branchenmix. "Ich habe keinen Einfluss darauf, welches Geschäft sich wo einmietet – und das ist auch gut so", meint der Bezirkschef. Für Papai ist der Grund für einen geringen Mix leicht erklärt. "Der Dienstleistungssektor, der nicht über das Internet abgedeckt werden kann, tut sich da noch um einiges leichter. Das merkt man auch am Straßenbild, wo Friseure und Handy-Shops dominieren."
Der Online-Handel führe laut dem Bezirk immer mehr dazu, dass immer mehr Geschäfte rund um den Floridsdorfer Spitz aussterben. Das sei aber kein Problem, welches nur den Bezirk betreffe. Um dem Leerstand entgegenzuwirken zähle man aber auch auf die Unterstützung aus der Bevölkerung. "Viele Menschen kritisieren das Geschäftesterben in der heutigen Zeit und tragen durch ihre Interneteinkäufe selbst zu dieser Entwicklung bei", meint Papai.
Faktor Aufenthaltsqualität
Umgestaltungen – etwa in der Floridsdorfer Hauptstraße – hätten in den vergangenen Jahren das Ziel verfolgt, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und die Flanierlust zu steigern. Mit den Maßnahmen sei der Bezirk zufrieden. Aber: "Inwieweit sich das auf das geschäftliche Treiben in der Floridsdorfer Hauptstraße auswirkt, wird sich erst zeigen", meint Papai. Solche Maßnahmen würden Zeit benötigen.
- Die Brünner Straße wird zum Zwei-Richtungsradweg.
- Foto: Visualisierung: ZOOMVP.AT/Mobilitätsagentur
- hochgeladen von Michael Marbacher
Für die Brünner Straße ist jedenfalls eine Aufwertung geplant: Bereits im Sommer sollen die Arbeiten für einen fast einen Kilometer langen Radweg im Abschnitt Am Spitz und Karl-Schäfer-Straße starten. Geplant sind außerdem Begrünungsmaßnahmen mit mehr als 20 neuen Bäumen.
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