Investition im Marchfeld
Stadler eröffnet Bahn-Zentrum
- Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident von Stadler, Infrastrukturminister Peter Hanke, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Stadler-CEO Christian Diewald, CEO bei der Eröffnung.
- Foto: Leadersnet/C.Mikes
- hochgeladen von Claudia Bräuer
Mit der feierlichen Eröffnung einer neuen Werkhalle im Marchfeld bei Wien setzt das Unternehmen Stadler Rail ein deutliches Zeichen für den Ausbau seiner Präsenz in Österreich und die Weiterentwicklung der europäischen Bahnindustrie.
OBERSIEBENBRUNN. Der neue Standort in Obersiebenbrunn übernimmt künftig eine zentrale Rolle in der Instandhaltung, Inbetriebsetzung und Auslieferung moderner Schienenfahrzeuge. Die Anlage dient insbesondere der Wartung von Hochgeschwindigkeitszügen und wurde bereits im März 2026 in den laufenden Betrieb integriert. Seitdem werden dort unter anderem die Züge der Westbahn serviciert, wodurch eine hohe Verfügbarkeit und Betriebssicherheit gewährleistet werden soll.
„Österreich ist für uns ein wichtiger Markt. Deshalb bauen wir unsere Präsenz gezielt aus“, erklärte Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident von Stadler. Das neue Servicezentrum sei ein entscheidendes Puzzleteil, um Hochgeschwindigkeitszüge effizient warten und den Betrieb zuverlässig absichern zu können.
Auch aus Sicht des Unternehmens ist die neue Halle mehr als nur eine klassische Werkstätte. Sie wurde als flexible „Halle für alle“ konzipiert und steht künftig unterschiedlichen Betreibern für Servicearbeiten an Stadler-Fahrzeugen offen. Ziel ist es, Abläufe für Testfahrten und Inbetriebnahmen zu standardisieren und damit die Zeit bis zur Aufnahme des Fahrgastbetriebs deutlich zu verkürzen.
„Mit dieser Anlage reagieren wir auf die steigenden Anforderungen eines immer dichteren und technologisch anspruchsvolleren Bahnverkehrs“, betonte Christian Diewald, CEO von Stadler Austria. Das Projekt sei ein wichtiger Schritt, um Züge effizient, nachhaltig und auf technisch höchstem Niveau zu betreuen.
In sieben Monaten fertiggestellt
Realisiert wurde der Standort in Zusammenarbeit mit der STRABAG AG, die den Bau innerhalb von nur sieben Monaten fertigstellte. Die neue Halle umfasst eine rund 225 Meter lange und etwa 4.600 Quadratmeter große Instandhaltungsanlage sowie zusätzliche Büro- und Lagerflächen.
„Mit der neuen Instandhaltungshalle haben wir einen wichtigen Beitrag für eine moderne und verlässliche Bahninfrastruktur in Österreich geleistet“, so Franz Redl von STRABAG. Von solchen Projekten profitierten letztlich auch tausende Fahrgäste durch eine höhere Qualität im öffentlichen Verkehr.
Auch die Politik sieht im Projekt einen wichtigen Impuls für den Standort Österreich. „Die Bahnindustrie ist eine Schlüsselbranche für Österreich und Europa“, sagte Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. Investitionen in moderne Infrastruktur würden Arbeitsplätze sichern und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes stärken.
Regionale Bedeutung
Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von Niederösterreich, hob insbesondere die regionale Bedeutung hervor: Das Projekt zeige, dass eine klare Standortstrategie internationale Industrieunternehmen anziehe und langfristig binde.
Mit der direkten Anbindung an das Bahnnetz sowie einer künftig mit ETCS ausgestatteten Hochgeschwindigkeitsstrecke ist der Standort optimal in das europäische Schienennetz eingebettet. Damit wird das Marchfeld weiter als wichtiger Knotenpunkt für moderne Bahnlogistik und -wartung gestärkt.
Stadler selbst versteht sich als globaler Anbieter von Schienenfahrzeugen und Mobilitätslösungen mit Schwerpunkt auf nachhaltigen Antriebstechnologien wie Batterie- und Wasserstoffzügen. Mit der neuen Werkhalle in Österreich wird diese Strategie nun weiter ausgebaut und lokal verankert.
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