Hernals
Kulisse ist nach 45 Jahren eine "alte Lady" mit Überlebenssinn
- Seit 45 Jahren besteht die Kulisse in der Rosensteingasse 39 schon. Am Mittwoch, 8. Oktober, feiert sie ihren Geburtstag.
- Foto: Christopher Glanzl
- hochgeladen von Lukas Ipirotis
Die älteste Kleinkunstbühne Wiens wird am Mittwoch, 8. Oktober, 45 Jahre alt. MeinBezirk hat sich mit Alexa Oetzlinger, der Leiterin der Kulisse in der Rosensteingasse 39, über die Gründe unterhalten, warum die Spielstätte in all den Jahren nichts an Charme verloren hat.
WIEN/HERNALS. Als eine Gruppe von Kabarettisten in den 1980er-Jahren keine Spielstätte finden konnte, kam ihnen eine Idee: Warum sich nicht einfach selbst einen Ort zum Spielen schaffen? In der Rosensteingasse 39 wurde man fündig. Als älteste Kleinkunstbühne Wiens steht die Kulisse 45 Jahre später immer noch - am 8. Oktober feiert die Bühne ihren Geburtstag.
Und gerade weil die Stätte mittlerweile eine "alte Lady" ist, wie Leiterin Alexa Oetzlinger betont, haben diese Mauern in den vergangenen Jahren viel gesehen. Im Jahr 2022 übernahm Oetzlinger die Leitung der Kulisse. Und zwar auch, weil das alte Haus in all den Jahren nichts an seiner Schärfe verloren hat.
"Ein sehr politisches Haus"
"Es war immer schon ein sehr politisches Haus", betont die Leiterin. Als Oetzlinger übernommen hatte, wollte sie diesen gesellschaftspolitischen Aspekt weiter ausbauen. Denn in gewissen Formaten in der Kulisse können Künstlerinnen und Künstler in ihrem Zeitslot erzählen, was sie wollen. "Und das ist manchmal gefährlich, manchmal lustig und manchmal einfach nur dramatisch", so die Leiterin.
Doch bei der Programmierung dürfe man nicht nur nach dem eigenen Geschmack vorgehen: Es sei immer ein Drahtseilakt zwischen den eigenen Vorlieben und den Wünschen der Gäste. Oetzlinger möchte aber dennoch Auftritte haben, bei denen sie wirklich selber dahinter stehe und nicht nur jene, die die Kulisse ausverkaufen würden.
Eine alte Lady mit Überlebenssinn
Dennoch ist Alexa Oetzlinger klar, dass ohne etablierte Künstlerinnen und Künstler die letzten 45 Jahre nicht möglich gewesen wären. Zu nennen sei hier Alfred Dorfer, der bereitwillig immer mal wieder auch kostenlos spielt, um der Kulisse auszuhelfen. Dies käme der nächsten Riege an Kunstschaffenden zugute, wie die Leiterin weiß.
- Alexa Oetzlinger leitet die Kulisse seit 2022. Besonders Politik-Formate sind ihr ein Anliegen. Doch wichtig sei es, die Balance zwischen dem, was sie und dem, was das Publikum will, zu schaffen.
- Foto: Christopher Glanzl
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Denn haushohen Namen wie Peter Klien und Josef Hader gäben der Leiterin wiederum die Möglichkeit, dass auch Leute auftreten können, die "das Haus bei weitem nicht füllen, weil sie einfach am Anfang ihrer Karriere stehen. Ihr Dank gilt daher allen, die der Kulisse in all den Jahren zur Seite standen. Denn ohne sie "würde es das Haus jetzt auch nicht mehr geben", resümiert Oetzlinger.
Für die Zukunft ist die Leiterin aber optimistisch. "Diese alte Lady hat offensichtlich einen sehr starken Überlebenssinn", scherzt sie. Weitermachen möchte man so, wie bisher auch, und sich dabei ständig weiterentwickeln. Es sei wichtig, auch immer am Puls der Zeit zu bleiben und sich vor nichts zu verschließen. "Ich glaube, man muss immer dranbleiben. Aber das hat dieses Haus ganz gut bewiesen."
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