Erhalt vs. "Filetierung"
Neue Runde im Match um Hernalser Postsportplatz

Der neue Postsportverein-Obmann Clemens Rarrel und der neue Vorstand Florian Heiler (v.l.). | Foto: Post SV
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  • Der neue Postsportverein-Obmann Clemens Rarrel und der neue Vorstand Florian Heiler (v.l.).
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Neue Entwicklung beim Hernalser Postsportplatz: Die Österreichische Post AG verpflichtet sich zum Erhalt des Postsportplatzes, ein Wohnbau komme nur auf bereits versiegelten Flächen in Frage. Der Postsportverein Post SV spricht hingegen von "Filetierung" und warnt vor einem Ende des gemeinnützigen Betriebs des Postsportplatzes.

WIEN/HERNALS. Seit Jahren wird über eine Verbauung des rund 15 Hektar großen Areals am Hernalser Postsportplatz diskutiert, was in der Nachbarschaft und bei Bürgerinitiativen die Wogen hochgehen ließ. Ein Unternehmenssprecher der Österreichischen Post AG stellt im Rahmen einer Diskussion mit Vertretern von Stadt Wien, dem 17. Bezirk, Postsportverein Post SV und Bürgerinitiative „Rettet den Post SV“ klar, dass es "keine Verbauung der Sportflächen geben wird" – womit der gemeinnützige Sportplatz auch in Zukunft erhalten bleiben solle.

Die Post merkt an, dass der befristete Vertrag mit dem Sportverein Post SV Ende 2027 auslaufe. Als teilstaatliches Unternehmen sei die Post "durch das EU-Beihilfenrecht und das Vergaberecht gesetzlich verpflichtet, den zukünftigen Sportbetrieb in einem transparenten, öffentlichen, nichtdiskriminierenden Vergabeverfahren auszuschreiben."

"Post SV hat unbefristeten Vertrag"

Was sagt der Sportverein Post SV mit seinen 5.000 Mitgliedern dazu? "Der Verein hat einen aufrechten Bestandsvertrag seit dem Jahr 1973, abgeschlossen mit dem damaligen Eigentümer des Areals des Postsportplatzes, der Republik Österreich", sagt der neue Vereinsvorstand Florian Heiler.

Die Visualisierung zeigt, wie die "Filetierung" des Geländes durch die Post AG laut dem Post SV gemeint ist. | Foto: Post SV/Postsportplatz
  • Die Visualisierung zeigt, wie die "Filetierung" des Geländes durch die Post AG laut dem Post SV gemeint ist.
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"Das österreichische Sportstättenschutzgesetz schützt genau solche Bestandverhältnisse: Befristete Verträge gelten kraft Gesetzes als unbefristet verlängert; eine Kündigung ist ausschließlich gerichtlich und nur aus wichtigen Gründen möglich. Solche wichtigen Gründe lagen und liegen nicht vor und eine entsprechende gerichtliche Kündigung durch die Post AG ist ebenfalls nicht erfolgt. Der Post SV ist seit 1973 ununterbrochen Mieter des Postsportplatzes", so der Vorstand des Post SV.

Ausschreibung und neue Wohnungen

Um den gemeinnützigen Sport langfristig abzusichern, werde die Post voraussichtlich Ende Juni die Ausschreibungsverfahren für die Sportflächen starten. Für den Betrieb der Einrichtungen könnten sich gemeinnützige Betreiberinnen und Interessenten bewerben, eine gewerbliche Nutzung sei ausgeschlossen.

Wohnungen werden am Gelände des Postsportplatzes laut Post AG allerdings dennoch gebaut. Allerdings nur unter der Voraussetzung des Erhalts der Sportflächen. Ausschließlich auf bereits versiegelten Flächen an den Rändern des Grundstücks, etwa auf bereits asphaltierten Parkplätzen oder vorhandener Bebauung mit alten Bestandsgebäuden am Nordrand, soll gebaut werden. Die Sportflächen des Areals bleiben dabei vollends erhalten, versichert man.

"Filetierung" des Postsportplatzes

Laut Post SV entspreche die geplante Vorgangsweise samt Ausschreibung der Post AG einer "Filetierung": "Mit dieser Ausschreibung würde sich der bislang zu 100 Prozent gemeinnützige Betrieb des Postsportplatzes grundlegend verändern und auf einen kleinen Teil zurückgedrängt werden", so der Sportverein.

Der Post SV sicherte sich zuletzt mit einem Heimsieg am Popstsportplatz den Meistertitel. | Foto: Harald Hofstetter
  • Der Post SV sicherte sich zuletzt mit einem Heimsieg am Popstsportplatz den Meistertitel.
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Der Post SV merkt an, dass es auf die Details ankomme: etwa wie es mit den zwei Trainingshallen, den beiden Squashcourts und dem Kraftraum der Gewichtheber weitergehe – ebenso ob die Bowlinghalle weiterbestehe oder verbaut werde. "Da ein aufrechtes unbefristetes Bestandverhältnis über den Postsportplatz besteht, wäre die Durchführung solch einer Ausschreibung ohne Zustimmung des Post SV ohnehin rechtlich nicht möglich."

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