Jugend Eine Welt in Hietzing
Der Impfstoff gegen die Armut
- Martina Kainz, Hanni Denifl und Reinhard Heiserer kämpfen gemeinsam für bessere Lebensumstände von Mädchen und Frauen in westafrikanischen Staaten.
- Foto: Kautzky
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Jugend Eine Welt unterstützt Hanni Denifl bei der Betreuung benachteiligter Menschen in Westafrika.
WIEN/HIETZING. "Dass Kinder ausgebeutet, geschlagen und mißbraucht werden, steht in Westafrika vielerorts leider an der Tagesordnung", sagt Hanni Denifl, die die Lebenssituation von Mädchen und jungen Frauen in Benin und Burkina Faso seit 15 Jahren zu verbessern versucht.
Anlässlich des Tags der Straßenkinder erzählte die Don-Bosco-Schwester in Wien von ihrer Arbeit in afrikanischen Kinderschutzzentren, die von Jugend Eine Welt mit Sitz in der Münichreiterstraße 31 in Unter St. Veit unterstützt werden. Ganz zentral ist dabei stets die Vermittlung von Bildung, weiß Gründer und Geschäftsführer Reinhard Heiserer: "Bildungsmangel hat immer schlimme Folgen, weil besonders die Mädchen und Frauen anfällig für Ausbeutung werden, die sich dann durchs ganze Leben zieht. Bildung ist der Impfstoff gegen die Armut."
- Hanni Denifl unterstützt als Don Bosco Schwester benachteiligte Mädchen in westafrikanischen Ländern.
- Foto: Jugend Eine Welt
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Ausgebeutet und mißbraucht
Denifl erzählt von jungen Mädchen, die schon mit sechs oder sieben Jahren schwere Arbeiten verrichten müssen. "Oft werden sie monatelang immer wieder um ihren Lohn vertröstet - und bekommen am Ende gar nichts." Viele Mädchen werden auch noch von Familienmitgliedern oder Nachbarn sexuell mißbraucht und laufen schließlich von Zuhause weg, weil sie die Situation nicht mehr aushalten. "Sie flüchten sich dann zu uns ins Kinderschutzzentrum, wo wir wir versuchen ihnen bei der Überwindung ihrer schlimmen Erfahrungen zu helfen."
Neben einer Unterbringung und regelmäßigen Mahlzeiten erhalten die Mädchen und jungen Frauen zuerst einen Alphabetisierungskurs und dann auch eine Berufsausbildung. "Köchin oder Schneiderin, aber auch Informatikerin oder Friseurin sind etwa Berufe, mit denen sie sich eine sichere Existenz aufbauen können und nicht mehr für ausbeuterische Umstände anfällig sind." Gerade in der Coronakrise seien etwa genügend Laptops ganz wesentlich für die Schulausbildung: "Lockdowns gibt es in Benin auch, die Kinder dürfen dann nicht in die Schule kommen", erklärt Denifl. "Aber diejenigen, die von uns einen Laptop zur Verfügung gestellt bekommen, können weiterlernen - die anderen nicht."
- Jugend Eine Welt unterstützt die Don Bosco Schwestern, die in westafrikanischen Staaten Kinderschutzzentren betreiben.
- Foto: Kautzky
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Es gibt viele Erfolgsgeschichten
Die Kinderschutzzentren der Don Bosco Schwestern werden auch von Martina Kainz' Verein "Stimmen für Afrika" unterstützt. Gemeinsam mit Hanni Denifl machte sich die Gründerin in Westafrika mehrere Male selbst ein Bild. "Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie professionell dort gearbeitet wird. Es gibt viele Erfolgsgeschichten, etwa ein ehemals für eine Zwangsheirat verkauftes Kind, das gerettet worden ist und heuer seinen Bachelor machen wird", so Kainz. "Was wäre aus diesem Mädchen geworden, wenn sich die Don Bosco Schwestern nicht um es gekümmert hätten?" Hanni Denifl, Martina Kainz und Reinhard Heiserer sind sich einig: "Es gibt nur zwei Tage, an denen man nichts tun kann: gestern und morgen."
Jugend Eine Welt
Münichreiterstraße 31
01/879 070 70
info@jugendeinewelt.at
www.jugendeinewelt.at
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