Denkmalamt gibt grünes Licht
Die Lainzer Kirche soll saniert werden

Oliver Schreiber, Silke Kobald, George Padickakudy, Sekretär der europäischen Glaubengemeinschaft und Pfarrer Joschi Vettikkattil (v.r.) haben noch vor dem Lockdown die Substanz der Kirche begutachtet.
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  • Oliver Schreiber, Silke Kobald, George Padickakudy, Sekretär der europäischen Glaubengemeinschaft und Pfarrer Joschi Vettikkattil (v.r.) haben noch vor dem Lockdown die Substanz der Kirche begutachtet.
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Die Kirche am Lainzer Platz ist in die Jahre gekommen. Nun wurde die Renovierung des Baujuwels genehmigt.

HIETZING. (egb). "Diese Kirche ist unbedingt erhaltenswürdig, aber vor allem ist sie auch erhaltensfähig." Als Oliver Schreiber vom Bundesdenkmalamt diese Worte sagte, fiel wohl vielen Hietzingern ein Stein vom Herzen.

Die Rede ist natürlich von der Kirche am Lainzer Platz, die auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurückblickt. Eine Inschrift über dem Hauptportal verrät, dass Conrad Sponfelder schon zwischen 1421 und 1428 hier eine Kirche errichtet hat. Die Pfarrchronik berichtet allerdings von schweren Beschädigungen durch die Türken 1529 und 1683, weshalb 1736 unter Erzbischof Sigismund von Kollonitz von Baumeister Gottfrid Pokh und dem Steinmetzmeister Johann Wenzel Schumka eine neue Kirche errichtet wurde.

Die damaligen Fachleute haben ausgezeichnete Arbeit geleistet, wie der Fachmann bei der Inspektion noch heute beeindruckt feststellt. "Die ersten Ergebnisse sind wie ich gehofft habe. Bei den Selbstfreilegungen (Anm.: So nennt man in der Fachsprache das Abbröckeln des Verputzes) war erkennbar, dass der barocke Putz in einem bemerkenswert guten Zustand ist", so Oliver Schreiber.

Sanierung noch heuer?

Jetzt gilt es, ein Maximum der ursprünglichen Substanz zu retten oder besser gesagt zu konservieren. Dazu soll die oberste Schicht abgetragen, nach einer genauen Bestandskontrolle geglättet und mit einem Kalkanstrich homogenisiert werden, um eine möglichst gleichmäßige Verbindung von altem und neuem Putz zu garantieren.

Nach den ersten positiven Befunden gilt es jetzt, den Endbericht des Restaurators abzuwarten und konkrete Abstimmungsgespräche mit dem Denkmalamt zu führen. "Natürlich ist es auch noch eine Frage der Finanzierung und der Zeitschiene. Sobald alle Parameter geklärt sind, können die Arbeiten noch heuer beginnen", erläutert Oliver Schreiber.

Die ursprünglich der heiligen Dreifaltigkeit geweihte römisch-katholische Pfarrkirche wurde übrigens im Jahre 1974 von Kardinal Franz König für einen Zeitraum von 99 Jahren an die syrisch-orthodoxe Gemeinde übergeben und ist heute dem heiligen Ephräm geweiht. Pfarrer Joschi Vettikkattil steht ihr seit sechs Jahren vor und ist über die geplante Sanierung mehr als glücklich: "Ich kann es kaum erwarten, dass unser Gotteshaus wieder in altem Glanz erstrahlt."

Oliver Schreiber, Silke Kobald, George Padickakudy, Sekretär der europäischen Glaubengemeinschaft und Pfarrer Joschi Vettikkattil (v.r.)
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Die Renovierung der Kirche sei ein Zeichen für die große Bedeutung, die der Bezirk dem Lainzer Platz zuschreibe, wie Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP) erklärt: "Die positiven Signale des Denkmalamtes freuen mich. Das ist ein weiterer Schritt, um das wunderschöne Ensemble in seinem alten Glanz zu erhalten."

Wie es aussieht, wird der Lainzer Platz schon bald wieder seine alte Bedeutung als Zentrum des Grätzels haben. Das könnte noch durch einen weiteren Plan zusätzlich unterstrichen werden, wie Silke Kobald verrät: "Wir planen auf dem Platz in Zukunft einen Wochenmarkt."

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