Anrainer und Bezirk sind empört
Flächenwidmung Montecuccoliplatz im Gemeinderat beschlossen

Schon vor der Corona-Krise haben Bezirksvorsteherin Silke Kobald (2.v.l) und Christian Gerzabek (l.) gegen das Projekt Stellung bezogen.
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  • Schon vor der Corona-Krise haben Bezirksvorsteherin Silke Kobald (2.v.l) und Christian Gerzabek (l.) gegen das Projekt Stellung bezogen.
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Die gegen den Willen der Bewohner am Montecuccoliplatz Änderung der Flächenwidmung der Gemeindebauten sorgt für Aufregung bei Mietern und Bezirk.

HIETZING. Der Wiener Gemeinderat hat heute, Donnerstag, 26. März mit den Stimmen von SPÖ, Grünen und Neos die Flächenwidmung am Montecuccoliplatz beschlossen. Das bedeutet, dass nun der Weg frei ist für eine höhere Gebäudehöhe von mehr als 16 Metern und die Errichtung eines zusätzlichen Wohngebäudes.

Diese Änderung der Flächenwidmung sieht einen zusätzlichen Neubau zwischen den bestehenden Gebäuden mit einem Minimalabstand vor, der teilweise nur 7 Meter zum Nachbargebäude betragen würde. Außerdem könnten die bestehenden Bauten von 12 auf 16 Meter aufgestockt werden.

Bezirk mehrheitlich dagegen

Die Hietzinger Bezirksvertretung hat sich mehrheitlich mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ gegen diese Flächenwidmung ausgesprochen. Im Gemeiderat sah man das allerdings anders. SPÖ, Grünen und Neos stimmten dafür.

„Es ist mir unverständlich, dass man die Interessen der Bewohner, die Stellungnahme des Bezirks und die Empfehlungen des Rathaus-eigenen Fachbeirats derart ignoriert. Diese Vorgangsweise sehe ich auch als Präjudiz für weitere maximale Verdichtungen von Gemeindebauten, wodurch die Grundsätze der Qualität des kommunalen Wohnbaus völlig ausgehebelt werden." reagiert Bezirksvosteherin Silke Kobald (ÖVP) auf den Beschluß des Gemeinderats.

Supermarkt nur gegen Flächenwidmung?

Schon seit Jahren ist die Versorgungslage rund um den Montecuccoliplatz suboptimal. Ein Supermarkt in erreichbarer Nähe fehlt. Mit dem Neubau sollte sich das ändern. Nun wird das als Argument für die Flächenwidmung angeführt. Kein schlagkäftiges Argument, wie man in der Bezirksvertretung findet. 

"Wir werden die Bewohner weiterhin in ihren Forderungen unterstützen. Die Wiedererrichtung eines Supermarkts und die Sanierung der Wohnhausanlage sind eindeutig die dringlichsten Anliegen der Betroffenen. Das muss auch ohne eine überdimensionierte Flächenwidmung möglich sein“, erklärt Bezirksvorsteherin Silke Kobald.

Bürgerinitative erfolglos

Eine Bürgerinitiative der Bewohner der bestehenden Wohnhausanlage hat Unterschriften gesammelt und eine Petition gegen dieses Vorhaben eingebracht. "Rund 600 Anrainer haben unterschrieben", sagt Franz Schmidt, der Initiator der Initative und ergänzt "aber das scheint niemanden interessiert zu haben".

Günter Kasal (FPÖ) (Mitte) hat die Bürgerinitative rund um Franz Schmidt (2.v.r) von Beginn an unterstützt.
  • Günter Kasal (FPÖ) (Mitte) hat die Bürgerinitative rund um Franz Schmidt (2.v.r) von Beginn an unterstützt.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Ernst Georg Berger

Günter Kasal (FPÖ) stellte sich von Anfang an die Seite der Anwohner. "Das ist ein Anschlag auf die Lebensqualität der Anrainer." will er festgehalten wissen.

Auch die ÖVP ist über den Beschluß verwundert. „Trotz aller Bedenken wurde nun von der rot-grünen Stadtregierung dieses Projekt eiskalt durchgedrückt, ohne die Einwände der Menschen in irgendeiner Form zu berücksichtigen. Ebenso verwunderlich ist, dass die NEOS hier mitgespielt haben“, zeigt sich Bezirksvorsteher Christian Gerzabek empört.

Franz Schmidt von der Bürgerinitiative sagt zum Abschluß: "Wir geben uns noch nicht geschlagen. Wir werden auch weiterhin versuchen das Projekt in dieser Dimension zu stoppen."

Schon vor der Corona-Krise haben Bezirksvorsteherin Silke Kobald (2.v.l) und Christian Gerzabek (l.) gegen das Projekt Stellung bezogen.
Günter Kasal (FPÖ) (Mitte) hat die Bürgerinitative rund um Franz Schmidt (2.v.r) von Beginn an unterstützt.
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