Schönbrunn: Schon wieder Streit ums Vorfeld

Terminal, Fotovoltaik und Parkplätze: Bis zum Bau sind noch viele Details zu klären.
  • Terminal, Fotovoltaik und Parkplätze: Bis zum Bau sind noch viele Details zu klären.
  • Foto: chloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H./Zoom VP.at)
  • hochgeladen von Christian Bunke

HIETZING. Große Bauprojekte haben gewissen Tücken. Architekten, Stadtplaner, aber auch Bezirkspolitiker haben schon zahlreiche Trauerlieder darüber gesungen. Aktuell ist das einmal mehr beim geplanten Busparkplatz für das Vorfeld des Schlosses Schönbrunn zu beobachten.

Damit die Touristen zukünftig bequem an- und abreisen können, ist ein Terminal-Gebäude geplant. Vier bis fünf Busse sollen dort in Zukunft hintereinander Platz haben. Somit braucht das Vordach eine gewisse Größe. Ab 25 Quadratmetern sieht die Wiener Bauordnung eine Dachbegrünung vor. Bei den Planungen für das Vordach wurde das jedoch scheinbar übersehen.

Das Problem: Das derzeit geplante Aludach würde eine Begrünung nicht aushalten. Man wollte eigentlich nur Kletterpflanzen am Rand haben. Die Schloss Schönbrunn Betriebsgesellschaft möchte nun eine Ausnahmegenehmigung, damit das Dach nicht begrünt werden muss.

"Dilettantisches Vorgehen"

"Das ist ein dilettantisches Vorgehen des Bauwerbers", schimpft Hietzings Bezirkschefin Silke Kobald (ÖVP). In der Hietzinger Bezirksvorstehung beobachtet man das Parkplatzprojekt schon seit Langem argwöhnisch. "Die Flächenwidmung ist ja auf das Projekt zugeschnitten. Das mit der Begrünung hätte man wissen müssen."

Kobalds Grant wird noch durch ein weiteres Detail befeuert: "Das angrenzende Begrüßungsgebäude wollten die Architekten ja ursprünglich begrünen. Jetzt kommt da eine Fotovoltaikanlage drauf. Niemand hat sich Gedanken darüber gemacht, wie Fotovoltaik und Begrünung zusammen funktionieren sollen."

Entspannter Architekt

Gert Mayr-Keber ist einer der am Schönbrunner Vorfeld beteiligten Architekten. Die Verzögerungen sieht er entspannt: "Gerade bei öffentlichen Projekten gibt es viele Regulierungen, aber auch viele Beteiligte. Dazu kommen Fristen, die teilweise fünf bis sechs Monate betragen." Deshalb sei es durchaus verständlich, wenn in der Öffentlichkeit der Eindruck eines Stillstandes oder einer Projektkrise entstehe. "Doch die Vorlaufzeiten sind bei solchen Sachen immer sehr lang. Gefühlt bin ich an dem Projekt Schönbrunn jetzt schon acht Jahre lang beteiligt."

Eine Ausnahmeregelung, wie sie von der Schönbrunn Betriebsgesellschaft gefordert wird, lehnt Mayr-Keber ab: "Das ist eben ein fortlaufender Prozess. Manchmal sind Korrekturen notwendig, dann geht es weiter." Im Sommer allerdings eher nicht: "Da sind viele der Beteiligten im Urlaub oder anderweitig nicht verfügbar. Im Herbst schauen wir weiter."

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