Tierschutzkongress in Schönbrunn: "Sie waren auch Opfer der Menschen"

Tierschutz als Existenzfrage: Darüber diskutierten Ai Weiwei, Alexander Van der Bellen und Heli Dungler (v.l.).
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HIETZING. Was haben der chinesische Exilkünstler Ai Weiwei und Bundespräsident Alexander Van der Bellen gemeinsam? Ihnen beiden ist der Tierschutz eine Herzensangelegenheit. Neben dem EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, und der Fernsehmoderatorin Nadja Bernhard zählten sie zu den Stargästen des vom Verein "Vier Pfoten" organisierten Tierschutzkongresses in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn.

Der Kongress wurde heuer zum ersten Mal von der Tierschutzorganisation ausgerichtet. Im Zentrum stand die Frage "Tierschutz: Zukunftsfrage oder Luxusproblem?". Die Antwort ist definitiv Ersteres – zumindest, wenn es nach Bundespräsident Van der Bellen geht. "Gott sei dank handelt es sich dabei nicht mehr um ein Luxusproblem", sagte er im Rahmen seiner Rede vor rund 300 Gästen. Für den Künstler Ai Weiwei ist die Frage des Tierschutzes untrennbar mit der menschlichen Existenz verknüpft. In einem vor Publikum durchgeführten Interview sagte er, Tiere seien immer Teil des menschlichen Lebens gewesen: "Viel zu lange waren sie aber auch Opfer der Menschen. Es ist Zeit, sich auf die menschlichen Werte zu besinnen und mehr Verantwortung gegenüber allen lebenden Geschöpfen zu übernehmen."

Ai Weiwei hat übrigens eine besondere Verbindung zu dem Verein "Vier Pfoten", der in Wien sein Hauptquartier hat: Vor einigen Jahren hat er über Flüchtlinge in Gaza recherchiert und ist dabei in Form eines Tigers, den "Vier Pfoten"-Aktivisten vor dem Tod gerettet hatten, auf die Arbeit des Vereins gestoßen. Der Tiger wäre fast im Zoo von Gaza verhungert. Ai Weiwei hat den Fall in seinem Dokumentarfilm "Human Flow" aufgegriffen.

Fragen der Ernährung

Tierschutz ist auch eine Ernährungsfrage. Darauf wies Heli Dungler, Gründer und Präsident von "Vier Pfoten", in seiner Eröffnungsrede hin. "Innerhalb der nächsten 30 bis 40 Jahre wird sich die Zahl der Nutztiere auf der Erde verdoppeln. Vor allem die Schwellenländer werden ihren Fleischkonsum stark erhöhen", sagte er. Diese Entwicklung werde massive Auswirkungen sowohl auf das Tierwohl als auch auf die Umwelt haben.

Das Spannungsverhältnis zwischen Tierschutz und Wirtschaft war der Schwerpunkt am Nachmittag. Dabei wurde auch über die Zukunft der Ernährung diskutiert. Die Frage, ob die Produktion von künstlichen Fleisch im Labor oder die Proteinzufuhr durch das Essen von Insekten zielführend sind, wird in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Somit ist die einhellige Antwort des Kongresses, dass es sich hierbei durchaus um eine Zukunftsfrage für die Menschen handelt. Deshalb plant "Vier Pfoten" auch eine Fortsetzung: In zwei Jahren soll der nächste Kongress stattfinden.

Tierschutz als Existenzfrage: Darüber diskutierten Ai Weiwei, Alexander Van der Bellen und Heli Dungler (v.l.).
Moderatorin Nadja Bernhard mit Gästen.
Autor:

Christian Bunke aus Wieden

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